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Sonntag, 25. August 2019
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NABU: Wolfsschutz weiter verbessern
Illegale Tötungen sind kein Kavaliersdelikt

Miller: Hohen Schutzstatus erhalten, Konfliktlösungen anbieten


Der NABU begr√ľ√üt die weiterhin positive Entwicklung der W√∂lfe in Deutschland. Wie das bundesweite Wolfs-Beratungszentrum und das Bundesamt f√ľr Naturschutz am heutigen Freitag in Berlin mitteilten, lebten bis Ende April 2016 insgesamt 46 Rudel und 15 Paare in Deutschland. Das sind rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig mahnte der NABU an, Ressourcen zu schaffen, um die steigende Zahl illegaler T√∂tungen von W√∂lfen aufzukl√§ren und den Wolf weiterhin konsequent zu sch√ľtzen.

"Deutschland schreibt mit der eigenst√§ndigen R√ľckkehr des Wolfes seit dem Jahr 2000 eine echte Erfolgsgeschichte des Naturschutzes. Die Populationen entwickeln sich gut und perspektivisch rechnen wir damit, dass W√∂lfe in allen Fl√§chenbundesl√§ndern vorkommen werden", sagte NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Gleichzeitig betonte Miller, dass es wichtig sei, potenzielle Konflikte im Zusammenleben von Mensch und Wolf fr√ľhzeitig zu erkennen und L√∂sungen f√ľr Betroffene anzubieten. "Mehr als 15 Jahre mit dem Wolf in Deutschland zeigen uns, dass der Wolf keine finstere Bedrohung in dunklen W√§ldern ist, wie es uns in den M√§rchen √ľberliefert wird. Aber er bleibt ein Wildtier, an dessen R√ľckkehr wir uns erst gew√∂hnen m√ľssen", so der NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer. "Insbesondere f√ľr die Nutztierhalter ergeben sich grundlegende Ver√§nderungen, die gemeinsam angegangen werden sollten."

Der NABU begr√ľ√üt, dass das Wolfsberatungszentrum erstmals auch einheitliche Empfehlungen und Hilfestellungen f√ľr die L√§nder zum Umgang mit auff√§lligen W√∂lfen erarbeitet. Nach Ansicht des NABU muss es k√ľnftig vor allem darum gehen, kritische F√§lle von Vornherein zu vermeiden. Mit entscheidend sei dabei der Umgang des Menschen mit dem Wolf. "W√∂lfe sind von Natur aus weder scheu noch auff√§llig. Das sollten wir immer im Kopf behalten. Durch Fehlverhalten von Menschen, wie etwa F√ľtterungen, kann es aber dazu kommen, dass einzelne Tiere auff√§llig werden. Die effektivste Methode, kritische Situationen von Beginn an zu vermeiden, ist, W√∂lfe als echte Wildtiere zu behandeln und respektvollen Abstand zu wahren", sagte Miller.

In der Bev√∂lkerung st√∂√üt die R√ľckkehr des Wolfes grunds√§tzlich auf breite Unterst√ľtzung, wie eine repr√§sentative forsa-Umfrage im Auftrag des NABU zeigte. Demnach finden es 80 Prozent der Befragten erfreulich, dass der Wolf unsere Landschaft wieder bereichert. 78 Prozent stimmten zu, dass W√∂lfe auch dann hier leben sollten, wenn es teilweise zu Problemen kommt.

"Die neuen Bestandszahlen sind ein positives Signal, dass wir mit unseren Schutzbem√ľhungen auf einem guten Weg sind und zu einem gesicherten √úberleben des Wolfes in Deutschland kommen k√∂nnen. Dazu m√ľssen wir seinen hohen Schutzstatus aber weiterhin aufrecht erhalten und neuen Wolfsbest√§nden, auch in weiteren Bundesl√§ndern, den Weg ebnen", so Miller. Der NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer appellierte an alle Bundesl√§nder sich auf die R√ľckkehr des Wolfes vorzubereiten. So hat sich zum Beispiel der Ausgleich von Sch√§den f√ľr get√∂tete Nutztiere als ein wichtiges Mittel f√ľr die Akzeptanz des Wolfes erwiesen. Als ein Vorbild f√ľr gutes Wolfsmanagement nannte der NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Sachsen, das sich als erstes Bundesland auf den R√ľckkehrer einstellen musste.

Die Zahl illegaler Wolfs-T√∂tungen liegt mit mindestens 19 toten Tiere seit dem Jahr 2000 weiter hoch. Hinzu kommt eine hohe Zahl unentdeckter √úbergriffe. "Diese Straft√§ter haben in Deutschland leider zu leichtes Spiel. Es gibt zu wenige auf Umweltkriminalit√§t spezialisierte Beamte bei Polizei und Justiz. Bis heute wurde kein einziger Sch√ľtze durch polizeiliche Ermittlungen identifiziert. Wir fordern eine St√§rkung der Beh√∂rden, bessere Ermittlungsarbeit und ein konsequente Verurteilung der T√§ter. In Afrika und Asien k√§mpfen wir gegen Wilderei, aber gleichzeitig tun wir so, als w√§re das illegale T√∂ten eines Wolfes in Deutschland ein Bagatelldelikt", so Miller. Auch der Stra√üenverkehr bleibt weiterhin ein hohes Risiko f√ľr den Wolf: Bis August 2016 wurden mehr als 100 Tiere tot auf Deutschlands Stra√üen gefunden.

Der NABU begr√ľ√üte die Arbeit des neu eingerichteten Wolfs-Beratungszentrums des Bundes, das Daten zum Wolf bundesweit sammelt und die L√§nder gezielt mit Informationen und bei Bedarf mit Experten unterst√ľtzt. Die Einrichtung einer solchen bundesweit t√§tigen Stelle hatte der NABU lange Zeit gefordert. "Dem Wolf sind Landesgrenzen einerlei. Daher sind bundeseinheitliche Ma√üst√§be der Schl√ľssel zum Erfolg f√ľr das Zusammenleben von Mensch, Wolf und Nutztieren in Deutschland", sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Auch auf EU-Ebene m√ľsse die Kooperation der Mitgliedsstaaten zum Wolf perspektivisch verbessert werden.

Seit dem Jahr 2000 setzt sich der NABU f√ľr die R√ľckkehr des Wolfes nach Deutschland ein. Mit mehreren Hundert ehrenamtlichen Wolfsbotschaftern kl√§rt er in Deutschland √ľber das Wildtier auf. In diesem Jahr hat der NABU erstmals auch einen Journalisten-Wettbewerb ins Leben gerufen, mit dem er besonders ausgewogene und fundierte Beitr√§ge zum Wolf auszeichnet. Die Preisverleihung findet am 13. Oktober in Berlin statt.
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Eintrag vom: 29.09.2016  




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