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NABU: Gutes Signal - Deutschland ratifiziert Pariser Klimaabkommen
Abkommen muss in ehrliche und weitreichende nationale Klimapolitik umgesetzt werden

Zur Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens durch die Bundesregierung erkl├Ąrt NABU-Pr├Ąsident Olaf Tschimpke: "Deutschland zieht mit seiner Ratifizierung China und den USA nach. Wenn nun auch die ├╝brigen EU-Mitgliedsl├Ąnder schnell ratifizieren, stehen die Chancen gut, dass das Abkommen noch in diesem Jahr, am besten vor der Klimakonferenz im November in Marrakesch, in Kraft tritt. Das w├Ąre ein wichtiges Signal an die Weltgemeinschaft. Denn zur Begrenzung der Erderw├Ąrmung auf deutlich unter zwei Grad m├╝ssen den vielen Ank├╝ndigungen f├╝r mehr Klimaschutz auch endlich Taten folgen. In Marrakesch k├Ânnen dann konkrete Regeln zur Erreichung der Klimaziele ausgearbeitet werden."

Mit den gr├Â├čten Verursachern von Treibhausgasen, wie den USA und China, haben nun aktuell 60 Vertragsstaaten das Pariser Klimaabkommen ratifiziert. Diese 60 Staaten sind zusammen f├╝r rund 48 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das Abkommen tritt allerdings erst in Kraft, wenn mindestens 55 Vertragsparteien unterzeichnen, die zusammen 55 Prozent oder mehr der weltweiten Treibhausgase aussto├čen.

"Es ist gut, dass die Mehrheit im Bundestag hinter der internationalen Klimapolitik steht. Komisch ist nur, dass es Widerstand gibt, sobald das Pariser Abkommen in die nationale Politik ├╝bersetzt werden soll", kritisierte Tschimpke. "Der Entwurf f├╝r den Klimaschutzplan 2050 ist daf├╝r ein gutes Beispiel. Er wurde schon vor der Ressortabstimmung von den einzelnen Ministerien so stark verw├Ąssert, dass die Ziele von Paris in Deutschland keinesfalls erreichbar sind. Besonders erschreckend: Nicht einmal das anf├Ąnglich formulierte Ziel des Klimaschutzplans stimmt mit jenem von Paris ├╝berein. So hie├č es, Deutschland wolle bis 2050 80 bis 95 Prozent seiner Treibhausgase einsparen - notwendig sind aber mindestens 95 Prozent. Die Bundesregierung muss sich dringend an ihre globale Verantwortung erinnern und eine ehrliche Klimaschutzpolitik f├╝r Deutschland auf den Weg bringen", forderte Tschimpke.

F├╝r den Erfolg des Klimaschutzes sei entscheidend, dass Klimaschutz k├╝nftig nicht mehr nur als Nischenthema des Umweltministeriums begriffen werde. "Wir brauchen umfangreiche Ver├Ąnderungen und verbindliche Ziele in allen Wirtschaftsbereichen. Auch um allen Beteiligten k├╝nftig mehr Planungssicherheit zu geben. Das muss endlich auch bei den Fachpolitikern im Energie-, Bau-, Verkehrs-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsbereich ankommen", forderte Tschimpke.
 
Eintrag vom: 29.09.2016  




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