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Umweltorganisationen demonstrieren gegen hohe Verbräuche von Lkw
CO2-Grenzwerte dringend erforderlich

Das Warten auf den effizienten Lkw muss ein Ende haben

Mit einer Protestaktion vor dem Eingang der weltgrößten Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover haben die Umweltorganisationen NABU und Transport & Environment die zu hohen Kraftstoffverbräuche bei Lkw scharf kritisiert und die Einführung von CO2-Grenzwerten gefordert. Unter dem Motto „20 Jahre ohne Fortschritt“ machten sie auf die unbequeme Wahrheit aufmerksam, dass Spritverbrauch und damit Klimagasausstoß seit zwanzig Jahren auf nahezu unverändert hohem Niveau verharren.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Das Warten auf den effizienten Lkw muss endlich ein Ende haben. Der wachsende Straßengüterverkehr droht alle Klimaschutzbemühungen in anderen Bereichen zunichte zu machen. Die EU-Kommission sollte daher schleunigst ambitionierte Verbrauchsgrenzwerte für Lkw einführen, so wie sie es bereits erfolgreich für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge getan hat.“

Die europäischen Lkw-Hersteller Mercedes-Benz, MAN, Volvo, Scania, Renault und DAF dominieren den Weltmarkt, aber ihre Wettbewerbsfähigkeit sei in Gefahr, da in Europa anders als in den USA, China, Kanada und Japan keine Verbrauchsgrenzwerte für Lkw existieren. Sollte die Europäische Union nicht zeitnah entsprechende Regularien einführen, verlöre sie auch in diesem Bereich die Vorreiterschaft an andere Nationen.

Dietmar Oeliger, NABU-Verkehrsexperte: „Zwischen 1995 und 2015 sind die Spritverbräuche von Lkw kaum oder gar nicht gesunken, da die Industrie vor allem in stärkere Motoren und mehr Fahrkomfort investiert hat. Der Klimaschutz blieb dabei auf der Strecke. So verbrauchte eine Lkw-Zugmaschine 1995 auf der Autobahn rund 22 Liter auf 100 Kilometer – zwei Jahrzehnte später kommen neue Lkw immer noch nicht mit weniger Kraftstoff aus.“

Stef Cornelis, Verkehrsexperte bei Transport & Environment: „Ohne deutlich effizientere Lkw wird es unmöglich sein, die Klimaschutzziele von Paris einzuhalten, denn der Lkw-Verkehr ist bereits heute für 25 Prozent der straßenbasierten Kohlendioxidemissionen verantwortlich – Tendenz steigend. Hier steht nicht nur die Glaubwürdigkeit der EU im Umweltschutz auf dem Spiel, sondern auch die Innovationskraft der europäischen Lkw-Industrie.“
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Eintrag vom: 22.09.2016  




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