oekoplus - Freiburg
Samstag, 25. Mai 2019
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
17. CITES-Konferenz: NABU verfolgt Verhandlungen in Johannesburg
Weitreichende Entscheidungen zu Elefanten und Nashörnern erwartet

Am kommenden Samstag, den 24. September, startet in Johannesburg die 17. Konferenz des Washingtoner Artenschutz√ľbereinkommens (CITES). Zwei Wochen lang werden √ľber 2.000 Delegierte aus 183 Staaten √ľber die Regelung des internationalen Handels mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten entscheiden. Der NABU beteiligt sich vor Ort an den Verhandlungen.

In Johannesburg stehen hei√üe Diskussionen und wichtige Entscheidungen √ľber den zuk√ľnftigen Schutz dutzender Arten bevor. Unter anderem wird √ľber das Schicksal des Afrikanischen Elefanten entschieden. Nur noch gut 350.000 der Dickh√§uter ziehen durch die Savannen Afrikas, so das Ergebnis des gerade ver√∂ffentlichten, fast afrikaweiten Elefantenzensus. In den 70er Jahren waren es noch 1,2 Millionen. Schuld am dem dramatischen Bestandsr√ľckgang ist die Gier nach Elfenbein, die Wilderern und vor allem ihren Hinterm√§nnern viel Geld bringt. "Der NABU fordert die umf√§ngliche und dauerhafte Schlie√üung aller nationalen und internationalen Elfenbeinm√§rkte. Nur so k√∂nnen wir ein Aussterben der Elefanten verhindern", sagte Heike Finke, NABU-Pr√§sidiumsmitglied und Expertin f√ľr internationalen Artenschutz. Ein Hoffnungsschimmer ist das Ergebnis der k√ľrzlich auf Hawaii zu Ende gegangenen Konferenz der Weltnaturschutzunion (IUCN). Dort stimmten 91 Prozent aller Mitglieder f√ľr ein Verbot der Elfenbeinbinnenm√§rkte, was CITES laut NABU nicht ignorieren kann. Dass das Thema auch Deutschland betrifft, zeigt ein aktueller Fall: 1,2 Tonnen Elfenbein wurden in den vergangenen Monaten sichergestellt, so viel wie nie zuvor. Das Elfenbein, sowohl verarbeitet als auch roh, stammt von mehr als 200 get√∂teten Afrikanischen Elefanten und hat einen Marktwert von √ľber einer Millionen Euro.

Die Verhandlungen in Johannesburg k√∂nnten auch entscheidend f√ľr das √úberleben von Nash√∂rnern sein, deren Horn eines der wertvollsten Handelsg√ľter √ľberhaupt ist und vor allem Anwendung in der Traditionellen Asiatischen Medizin findet. Die Wilderei auf afrikanische Nash√∂rner steigt seit 2008 kontinuierlich an und hat 2015 mit 1.342 gewilderten Tieren ihren bisherigen H√∂chststand erreicht. Dennoch fordert Swasiland, mit R√ľckendeckung des Gastlandes S√ľdafrika, den internationalen Handel mit Nashorn wieder zu erlauben.

Auch um die weniger bekannten Schuppentiere steht es derzeit schlecht. Mit etwas Gl√ľck k√∂nnten sie auf der Konferenz den Sprung auf Anhang I der Konvention schaffen. "Das damit verbundene Handelsverbot, das auch bei der IUCN breite Unterst√ľtzung fand, ist l√§ngst √ľberf√§llig. Schuppentiere sind die am h√§ufigsten illegal gehandelten S√§ugetiere der Welt. Die Nachfrage nach ihren Schuppen f√ľr die Traditionelle Chinesische Medizin hat die Tiere fast bis an den Rand der Ausrottung gebracht", erl√§uterte Finke.

Weniger gut k√∂nnte es hingegen f√ľr den auch in Deutschland heimischen Wanderfalken laufen. In den 1950er Jahren fast ausgerottet, haben sich die Best√§nde weltweit erholt. Das hat Kanada dazu veranlasst, eine Aufhebung des Handelsverbotes zu beantragen. "Aus Sicht des NABU w√§re dies eine unverantwortliche Ma√ünahme, da es nach wie vor Hinweise auf umfangreichen illegalen Handel mit diesen Raubv√∂geln gibt", so Finke.

Neben den Landtieren stehen auch in diesem Jahr wieder einige Meeresbewohner auf der Agenda der CITES-Konferenz. So werden beispielsweise strengere Schutzma√ünahmen f√ľr die von √úberfischung bedrohten Fuchs- und Seidenhaie sowie Teufelsrochen zur Diskussion stehen - sehr zum Unmut einiger Fischereinationen.

Der NABU ist w√§hrend der gesamten Konferenzdauer mit zwei Expertinnen f√ľr internationalen Artenschutz, Heike Finke und Claudia Praxmayer, in Johannesburg. Zeitnah geben sie Einsch√§tzungen und Bewertungen der Ereignisse und Antr√§ge ab und stehen f√ľr Presseanfragen zur Verf√ľgung. In einem Blog berichten sie au√üerdem vom jeweiligen Verhandlungsstand:
Mehr
Eintrag vom: 22.09.2016  




zurück

Copyright 2010 - 2019 Benjamin Jäger