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Mittwoch, 30. November 2022
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FĂŒnf Jahre Bundesfreiwilligendienst - NABU zieht positive Bilanz
Freiwilligendienst ist Erfolgsmodell / Platzangebot im ökologischen Bereich ausbaufÀhig

Der NABU hat mit Blick auf fĂŒnf Jahre Bundesfreiwilligendienst (BFD) eine positive Bilanz gezogen, sieht aber auch noch deutlichen Ausbaubedarf bei EinsatzplĂ€tzen im Umwelt-, Natur- und Tierschutzbereich sowie in der Umweltbildung. „Der Bundesfreiwilligendienst im ökologischen Bereich ist ein Erfolgsmodell. Mittlerweile sind die Freiwilligendienstleistenden vielerorts eine große UnterstĂŒtzung und Hilfe fĂŒr unsere rund 37.000 ehrenamtlichen NABU-Naturschutzmacher. Sie sind zu Kristallisationspunkten fĂŒr weiteres bĂŒrgerschaftliches Engagement geworden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke anlĂ€sslich der heutigen Veranstaltung „5 Jahre BFD im NABU“ in Berlin, wo der NABU gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, anderer Zentralstellen und Engagement-Bereiche sowie Einsatzstellenverantwortlichen und Freiwilligen eine Bilanz zog.

Mit der EinfĂŒhrung des Bundesfreiwilligendienstes 2011 begann auch das Engagement des NABU als BFD-Zentralstelle. Gemeinsam mit 20 weiteren von VerbĂ€nden getragenen Zentralstellen organisieren die NaturschĂŒtzer seither den Einsatz der Bundesfreiwilligen. Der Schwerpunkt des NABU liegt dabei naturgemĂ€ĂŸ im Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie in der Umweltbildung. In Zusammenarbeit mit den NABU-LandesverbĂ€nden Hessen und Nordrhein-Westfalen, der Schutzstation Wattenmeer, dem Landesbund fĂŒr Vogelschutz (LBV) und den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners werden seither jĂ€hrlich rund 550 Freiwillige betreut und in Seminaren weitergebildet. Eingesetzt sind sie deutschlandweit in etwa 320 Einsatzstellen.

Anders als beim Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) gibt es beim Bundesfreiwilligendienst keine Altersgrenze, so dass auch BerufstĂ€tige, die sich neu orientieren wollen, oder Senioren sinnvolle Möglichkeiten fĂŒr ein Engagement finden können. Viele Freiwillige aller Altersklassen entscheiden sich dafĂŒr, den Dienst im so genannten grĂŒnen Bereich zu leisten und helfen somit vor Ort in NABU-Einrichtungen, Naturparks, Tierheimen, WaldkindergĂ€rten, Wildtierpflegestationen und vielen anderen Bereichen mit ihrem Engagement.

Neben der Bilanz richteten die Teilnehmer der Veranstaltung den Blick in die Zukunft. So wurden ebenso Ideen fĂŒr die Weiterentwicklung der pĂ€dagogischen Begleitung diskutiert sowie darĂŒber, wie Freiwillige nach dem Dienst noch besser an das Ehrenamt gebunden werden und der Freiwilligendienst als Instrument der Verbandsentwicklung noch mehr Freiwillige und Einsatzstellen unterstĂŒtzen kann.

Vor diesem Hintergrund wurde vielfach der Wunsch nach mehr Stellen im ökologischen Bereich laut. „Maximal fĂŒnf Prozent der jĂ€hrlich zu besetzenden 40.000 BFD-PlĂ€tze stehen dem Umwelt-, Natur- und Tierschutz zur VerfĂŒgung“, so Tschimpke weiter und forderte von der Bundesregierung mehr Engagement beim Ausbau der PlĂ€tze im grĂŒnen Bereich: „Das muss mehr werden. Die Sicherung der natĂŒrlichen Grundlagen darf nicht hinter Sozialem und Wohlfahrt zurĂŒckstehen.“

Abschließend betonte der NABU-PrĂ€sident, den Freiwilligendienst nicht als Ersatz fĂŒr das Ehrenamt zu sehen: „Beim NABU, wie auch bei vielen anderen VerbĂ€nden und Vereinen sind die ehrenamtlich Aktiven das HerzstĂŒck. Bei aller Begeisterung fĂŒr die Freiwilligendienste darf die Politik die Förderung des normalen Ehrenamts nicht vergessen. FĂŒr die in Deutschland eingetragenen 600.000 Vereine brauchen wir schließlich ehrenamtliche VorstĂ€nde. Freiwilligendienstler helfen da nicht weiter.“
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Eintrag vom: 15.09.2016  




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