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Einsatz gegen M├╝ll im Meer
Fischer aus Niendorf und Travem├╝nde beteiligen sich an "Fishing for Litter"

Land Schleswig-Holstein sichert Finanzierung des NABU-Projektes f├╝r weitere drei Jahre

Seit dem heutigen Donnerstag k├Ânnen Fischer in insgesamt sechs schleswig-holsteinischen H├Ąfen gefischten Meeresm├╝ll kostenlos entsorgen. Mit den H├Ąfen Niendorf und Travem├╝nde sto├čen zwei weitere Stationen zum "Fishing for Litter"-Projekt des NABU. Insgesamt sind nun 14 H├Ąfen an der deutschen Nord- und Ostseek├╝ste beteiligt, mit mehr als 150 Fischern.

Die Idee von "Fishing for Litter" ist so einfach wie effektiv: Fischer k├Ânnen den M├╝ll, der sich unweigerlich in ihren Netzen verf├Ąngt, mit an Land bringen und ihn dort kostenfrei und fachgerecht in extra bereit gestellten Containern entsorgen. Anschlie├čend werden die gefischten Abf├Ąlle auf ihre Zusammensetzung und Wiederverwertbarkeit hin untersucht.

Die Ergebnisse verraten auch, woher der M├╝ll in Ost- und Nordsee kommt. Anhand dieser Erkenntnisse k├Ânnen schlie├člich effektive Strategien zur Vermeidung von Meeresm├╝ll entwickelt werden, wie es unter anderem die 2008 verabschiedete EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie vorsieht.

"M├╝ll im Meer ist ein gigantisches Problem. Das Projekt ist ein wertvoller Ansatz und ein Paradebeispiel daf├╝r, wie Fischerei und Umweltverb├Ąnde Hand in Hand den Schutz unserer Meere vorantreiben. Genau das ist das Ziel des Europ├Ąischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Mithilfe der Mittel hat das Projekt nun auch l├Ąngerfristige Planungssicherheit", sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck anl├Ąsslich der Einweihung der neuen Container.

Mit der F├Ârderung steht das "Fishing for Litter"-Projekt f├╝r die kommenden drei Jahre auf sicheren Beinen. Die knapp 115.000 Euro, die das schleswig-holsteinische Umweltministerium ├╝ber Mittel des Europ├Ąischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) zugesichert hat, erm├Âglichen es dem NABU, das Netzwerk der teilnehmenden H├Ąfen mit lokalen Partnern weiter auszubauen.

"Wir freuen uns sehr ├╝ber die Unterst├╝tzung des Landes Schleswig-Holstein und der Fischer vor Ort. Damit kommen wir unserem gemeinsamen Ziel, ein fl├Ąchendeckendes System zur Sammlung und Entsorgung von Meeresm├╝ll an Deutschlands K├╝sten aufzubauen, einen entscheidenden Schritt n├Ąher", sagte NABU-Pr├Ąsident Olaf Tschimpke.

Die Ursachen f├╝r die Verschmutzung der Meere sind vielf├Ąltig. Ein Gro├čteil des M├╝lls wird von Land, beispielsweise ├╝ber die Fl├╝sse, eingetragen. 75 Prozent der Abf├Ąlle, die im Meer landen, bestehen aus Kunststoffen. Das ist besonders dramatisch, da Plastik durch Salz, Reibung und Sonneneinstrahlung nach und nach in kleine Partikel zerf├Ąllt. Diese sind dann kaum mehr aus den Meeren zu bergen.

Die ├Âkologischen und wirtschaftlichen Folgen der Meeresverschmutzung sind immens. Viele Tiere verfangen sich in Netzen oder Seilresten, fressen Plastik, das ihren Verdauungstrakt verstopft, und verenden qualvoll. Auch f├╝r Menschen stellt der M├╝ll ein Gesundheitsrisiko dar. Denn Plastik reichert Schadstoffe an, die - ├╝ber Fische und Meeresfr├╝chte - letztlich auch auf unseren Tellern landen k├Ânnen. Auch die K├╝stenkommunen wenden Jahr f├╝r Jahr erhebliche Mittel auf, um Str├Ąnde vom M├╝ll zu reinigen.

"Fishing for Litter ist ein wichtiger Baustein zur Reduzierung von Meeresm├╝ll. Dar├╝ber hinaus m├╝ssen wir auch dringend die Ursachen der Verschmutzung effektiver bek├Ąmpfen. Bund und L├Ąnder sind hier weiter in der Verantwortung: Wir brauchen bessere Strategien, um Eintr├Ąge von M├╝ll ins Meer zu vermeiden, bessere Kontrollen, mehr Ressourceneffizienz, langlebigere Produkte und insgesamt weniger Plastik und Verpackungen", so NABU-Pr├Ąsident Olaf Tschimpke.


Hintergrund:

Das Projekt "Fishing for Litter" wurde im Jahr 2011 vom NABU gemeinsam mit schleswig-holsteinischen Fischern ins Leben gerufen. Seit dem heutigen Donnerstag sind insgesamt 14 H├Ąfen an der deutschen K├╝ste beteiligt. Bis heute wurden rund 20 Tonnen M├╝ll durch die deutsche K├╝stenfischerei aus den Meeren geholt.
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Eintrag vom: 11.08.2016  




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