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Mittwoch, 13. November 2019
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Bündelung der Hochspannungstrassen am Südlichen Oberrhein
Regionalpolitik unterstützt BUND-Forderung
Wer mit offenen Augen durch die Landschaft am Südlichen Oberrhein, insbesondere durch die Rheinebene fährt, sieht neben Mais und einer zusammenwachsenden Bandstadt entlang der Vorbergzone, an vielen Stellen parallel geführte Hochspannungstrassen. Die aktuelle Planung, das Stromübertragungsnetz zu verstärken, die geplante "380-kV-Netzverstärkung Daxlanden-Eichstetten“ bietet jetzt die einmalige Chance die Energiewende auch einmal für den Landschaftsschutz zu nutzen. Dort wo heute zwei bis drei Hochspannungstrassen die Landschaft durchschneiden, sollte nach Ansicht von BUND-Geschäftsführer Axel Mayer eine Zusammenführung auf eine einzige Trasse ernsthaft geprüft werden. Es stellt sich auch die Frage, ob nicht an vielen Stellen alle notwendigen "Scheußlichkeiten" der Rheinebene - Autobahn, Neubautrasse der Bahn und Hochspannungstrassen - zusammen laufen könnten, um Mensch, Natur und Landschaft in der stark belasteten Ebene zu entlasten.
Um die notwendige Debatte zu eröffnen, hatte der BUND-Regionalverband unter anderem die Herren Landräte Hurth (Emmendingen), Scherrer (Ortenaukreis) und Regierungspräsidentin Schäfer angeschrieben.
Sie finden die Briefe unter http://www.bund-rvso.de/hochspannungstrassen-buendeln.html
Da die Planungen langsam konkreter werden und da immer mehr KommunalpolitikerInnen von den Betreibern angeschrieben werden, senden wir Ihnen Auszüge aus den erfreulichen Antwortbriefen:
* “ Die Zusammenlegung und Bündelung von Energieleitungen liegt grundsätzlich auch im Interesse des Regierungspräsidiums Freiburg. Ich habe deshalb meine zuständige Fachabteilung gebeten, Ihr Schreiben an TransnetBW als Vorhabenträgerin weiterzuleiten, damit Ihre Anregung dort im Rahmen der weiteren Planungsüberlegungen geprüft werden kann. In den anstehenden Genehmigungsverfahren wird das Regierungspräsidium Freiburg selbstverständlich im Rahmen des technisch und rechtlich Möglichen auf eine Minimierung der mit dem Vorhaben verbundenen Eingriffe hinwirken.“
Regierungspräsidium Freiburg, Regierungspräsidentin Schäfer
* „Wie ich Ihnen bereits mündlich mitgeteilt habe, wäre für ein rechtlich notwendiges Planfeststellungsverfahren nicht das Landratsamt sondern das Regierungspräsidium (Freiburg und Karlsruhe) zuständig. Gleichwohl halte ich Ihren Vorschlag, mehrere Trassen zu einer einzigen, möglichst ortsfernen und landschaftsschonenden Trasse zusammenzuführen, für sinnvoll und naheliegend. Die Kreisverwaltung wird deshalb einen entsprechenden Vorschlag gerne im noch durchzuführenden Verfahren unterstützen.“
Landratsamt Emmendingen, Landrat Hurth
* „Die Belastung des Landschaftsbildes durch Hochspannungsfreileitungen könnte mit der Bündelung der verschiedenen Trassen zu einer Trasse deutlich gemindert werden. Die Modernisierung der bestehenden Leitungen oder Umstellung auf höhere Übertragungsleitungen kann Anlass bieten, Bündelungsmöglichkeiten zu prüfen. Seitens des Landratsamtes Ortenaukreis wird derzeit geprüft, auf welchen politischen Ebenen eine Abstimmung der Positionen der von der Maßnahme betroffenen Landkreise und Kommunen erfolgen kann und soll. Im Rahmen dieser Vorabstimmungen werden auch die Anregungen des BUND diskutiert.“
Landratsamt Ortenaukreis , Landrat Scherrer
Wir würden uns sehr freuen, wenn die Medien dieses wichtige (nicht nur) Landschaftsschutz-Thema aufgreifen, recherchieren und darüber berichten würden. Wichtig ist auch die Frage, ob auf der verstärkten Trasse Ökostrom oder Braunkohlestrom nach Süden geleitet werden soll.
Der Konflikt um die Trassenbündelung wird nicht einfach, denn die unterschiedlichen Trassen gehören unterschiedlichen Konzernen. Wir sehen die Chance, die geschundene Landschaft in der Rheinebene zumindest in Teilbereichen aufzuwerten. Es gäbe vermutlich ein größeres öffentliches Interesse am Thema, wenn wir "seehofern" und die unterirdische Verlegung der Trassen fordern würden. Doch in Zeiten einer immer noch sehr großen Staatsverschuldung und zunehmender privater Armut gehört zu Ökologie und Nachhaltigkeit immer auch ein Blick auf die Kosten für die Allgemeinheit.
Mit freundlichen Grüßen
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Eintrag vom: 16.06.2016 Autor: Axel Mayer, BUND Geschäftsführer




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