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NABU: Nach über 100 Jahren ist die Schliepenlanke wieder ein Fließgewässer
Altarm-Anschluss weiterer Erfolg beim größten Fluss-Renaturierungsprojekt in Europa/ Spenden machen es möglich/ 70 Kilometer westlich von Berlin entsteht ein Naturparadies

Nach über 100 Jahren ist die Schliepenlanke bei Rathenow wieder ein Fließgewässer. Der Altarm-Anschluss bei Rathenow ist für den NABU ein weiterer wichtiger Schritt bei der naturnahen Gestaltung der Unteren Havelniederung. Der Anschluss des Havel-Altarms flankiert das Großvorhaben, das der NABU gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz sowie den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt umsetzt: Die Untere Havel, 70 Kilometer westlich von Berlin, soll sich in den nächsten Jahren wieder zu einem lebendigen Fluss entwickeln.

„Der Anschluss der Schliepenlanke wurde vollständig aus Spenden finanziert. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Zahlreiche Mitglieder, Unterstützer und auch Unternehmen haben dafür gespendet. Sie wollen, wie der NABU, dass an der Unteren Havel wieder ein Naturparadies entsteht. Hier zeigt sich, was praktischer Naturschutz leisten kann“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Freitag bei einer Feierstunde in Rathenow. Unter Federführung des NABU und gemeinsam mit den Partnern des NABU habe das Gesamt-Projekt Modellcharakter, weit über die Region hinaus. „Wir brauchen lebendige Flüsse mit Auen und natürlichen Überflutungsflächen. Sie bieten nicht nur Unterschlupf für viele Arten, sondern auch einen natürlichen Hochwasserschutz“, so Miller weiter. Bundesweit bestehe nach wie vor großer Handlungsbedarf an Flüssen, besonders an den Bundeswasserstraßen, von denen nur etwa ein Prozent momentan in einem guten ökologischen Zustand seien.

„Der NABU engagiert sich für Mensch und Natur. Bei der Schliepenlanke trifft es das genau. Nicht nur die Natur profitiert, sondern auch die Anlieger am Fluss sowie die Menschen, die in die Region kommen und Erholung suchen“, sagte Rocco Buchta, Leiter des NABU-Instituts für Fluss- und Auenökologie. Mit dem Anschluss der Schliepenlanke wurde unter anderem eine ca. zwei Hektar große Insel geschaffen, auf einer Fläche von ca. 1.000 Quadratmetern wurde hier Auenwald initialisiert. Eine rund 70 Meter breite Öffnung entstand, durch die das Wasser in den Altarm fließt. Während der Bauarbeiten wurden aus dem Gewässer rund 1.000 Kubikmeter Schlick-Wasser-Gemisch geholt. Insgesamt kostete die Maßnahme eine halbe Million Euro. Der Havel-Altarm bei Rathenow war vor über 100 Jahren im Zuge des Baus der Neuen Schleuse vom Hauptstrom der Havel abgetrennt worden, als der Fluss an dieser Stelle begradigt wurde, um den damals langen Schleppzügen die Passage zu erleichtern.
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Eintrag vom: 28.04.2016  




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