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Mittwoch, 21. November 2018
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NABU: 30 Jahre Tschernobyl
Atomkraftwerke gef├Ąhrden noch immer Mensch, Natur und Umwelt

NABU-Pr├Ąsident Tschimpke: Risikotechnik Atomkraft weltweit abschalten

Zum 30. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erkl├Ąrt NABU-Pr├Ąsident Olaf Tschimpke: ÔÇ×Dass 30 Jahre nach Tschernobyl die Nachrichten noch immer gepr├Ągt sind von Beinahe-Unf├Ąllen und Schlampereien bei der Sicherheit von Atomkraftwerken, ist ein Hohn gegen├╝ber den Opfern der Atomkatastrophe. Der deutsche Atomausstieg bringt keine Sicherheit f├╝r Mensch, Natur und Umwelt, wenn Kontrollen in Atomreaktoren nur vorget├Ąuscht werden, wie j├╝ngst in Philippsburg aufgedeckt, oder Pannenreaktoren in direkter Grenzn├Ąhe in Belgien und Frankreich weiterbetrieben werden.ÔÇť Die Bundesregierung m├╝sse den Abschluss des bilateralen Atomsicherheitsabkommens mit Belgien vorantreiben.

Nach dem noch immer g├╝ltigen Euratom-Vertrag von 1957 darf jeder EU-Staat allein ├╝ber Bau und Betrieb von Atomkraftwerken entscheiden. Der NABU sieht hier ├änderungsbedarf. ÔÇ×Der Super-GAU kennt keine Grenzen, deshalb m├╝ssen die Mitgliedstaaten auf EU-Ebene beim Thema Atomkraft zusammenarbeiten. Der Euratom-Vertrag, den noch Adenauer unterschrieben hat, muss deshalb dringend ├╝berarbeitet werden. Das hat auch schon die T├Âpfer-Kommission nach Fukushima gefordert ÔÇô daf├╝r muss sich die Bundesregierung endlich einsetzenÔÇť, so Tschimpke weiter. Zudem sollte die Bundesregierung auf EU-Ebene eine Novelle der Richtlinie zur Umweltvertr├Ąglichkeitspr├╝fung (UVP) f├╝r die Laufzeitverl├Ąngerungen von AKW ansto├čen. Bisher ist diese nur f├╝r den Neu- und Abbau von AKW verpflichtend.

Abgesehen von den Sicherheitsproblemen von Atomenergie ist die Kostenfrage noch l├Ąngst nicht gekl├Ąrt. ÔÇ×Die Konzerne haben sich jahrelang an hochsubventionierten Atomkraftwerken bereichert und so schlecht gehaushaltet, dass sie jetzt nicht mehr in der Lage sind, nach dem Verursacherprinzip die Nachsorge zu leisten,ÔÇť so NABU-Energieexperte Sebastian Scholz mit Blick auf die derzeit laufenden Verhandlungen in der nationalen Atomkommission. ÔÇ×Am Ende der Verhandlungen wird die Allgemeinheit f├╝r einen Gro├čteil der Kosten einspringen m├╝ssen. Aus dieser Geschichte gilt es zu lernen, dass wir langfristig ausschlie├člich auf naturvertr├Ągliche erneuerbare Energien setzen m├╝ssen. Nur so hinterlassen wir weder Kosten noch M├╝ll f├╝r die n├Ąchsten Generationen und dem Klima hilft es auchÔÇť, so Scholz.
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Eintrag vom: 28.04.2016  




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