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Montag, 16. Juli 2018
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Wolf MT6 ist tot
Gemeinsame Stellungnahme der Umweltverbände IFAW, NABU und WWF

Der Wolf MT6 ist get√∂tet worden, wie das nieders√§chsische Umweltministerium mitgeteilt hat. In einer gemeinsamen Stellungnahme √§u√üerten die Naturschutzverb√§nde IFAW, NABU und WWF Bedauern √ľber den Tod des Tieres und zugleich Verst√§ndnis f√ľr die Entscheidung. Auch wenn das Schicksal des Einzeltieres tragisch sei, habe MT6 durch sein auff√§lliges Verhalten ein nicht mehr zu kalkulierendes Risiko f√ľr Menschen dargestellt. Zuvor hatte das nieders√§chsische Umweltministerium entschieden, den Wolf wenn m√∂glich einzufangen und in ein Gehege zu bringen. MT6 hatte sich wiederholt Menschen mit Hunden gen√§hert und generell ein unberechenbares Verhalten an den Tag gelegt. Vergr√§mungsaktionen hatten in den vergangenen Monaten keine Erfolge gezeigt. Experten waren sich einig, dass erneute oder weitere Vergr√§mungsversuche bei dem Wolf MT6 nicht dazu f√ľhren w√ľrden, dass er sein Verhalten √§ndert. Aufgrund dieser fachlichen Einsch√§tzung ist die Entnahme des Tieres f√ľr die Verb√§nde nachvollziehbar.

‚ÄěDie dauerhafte R√ľckkehr des Wolfs nach Deutschland ist nur mit der breiten Akzeptanz der Bev√∂lkerung m√∂glich. Es muss daher vermieden werden, dass einzelne auff√§llige W√∂lfe die Akzeptanz der ganzen Art gef√§hrden. Auch muss verhindert werden, dass ein auff√§lliger Wolf sein Verhalten an den Nachwuchs weitergibt und somit m√∂glicherweise ein ganzes Rudel auff√§lliges Verhalten zeigt‚Äú, so die Verb√§nde. Um derartige Vorf√§lle zuk√ľnftig zu vermeiden, forderten die Verb√§nde ein besseres und effizienteres Management seitens der Beh√∂rden an - vor allem in potentiellen Konfliktf√§llen.

Kritisch ist nach gemeinsamer Auffassung der Verb√§nde, dass nicht ausreichend untersucht ist, wodurch das auff√§llige Verhalten von MT6 ausgel√∂st wurde. ‚ÄěWir pl√§dieren ausdr√ľcklich f√ľr die intensive Beobachtung des Munsteraner Rudels, aus dem das Tier urspr√ľnglich stammt. Ziel muss es sein, dass sich ein Verhalten bei anderen W√∂lfen nicht wiederholt. F√ľr den Fall, dass weitere Tiere auff√§lliges Verhalten zeigen, sollten zeitnah umfassende Vergr√§mungsmethoden eingeleitet werden. Da es besonders gef√§hrlich wird, wenn W√∂lfe durch Menschen angef√ľttert werden und man sie auf diese Weise lehrt, Menschen aktiv aufzusuchen, muss die Aufkl√§rungsarbeit auch seitens der zust√§ndigen Beh√∂rden weiter intensiviert werden‚Äú, so IFAW, NABU und WWF.

Zugleich betonten alle drei Verb√§nde einhellig, dass sich aus dem aktuellen Fall keine Gesetzm√§√üigkeit ableiten l√§sst. ‚ÄěDer Wolf ist eine in Deutschland streng gesch√ľtzte Tierart. Jedes potentiell kritische Verhalten muss gesondert bewertet werden. Richtschnur und Leitlinie hierf√ľr muss ein entsprechender Wolfs-Managementplan sein, der von den einzelnen Bundesl√§ndern im Vorfeld erarbeitet wurde. Die Einsch√§tzung von Konfliktf√§llen beruht dabei auf einer Ver√∂ffentlichung des Bundesamtes f√ľr Naturschutz zum Umgang mit W√∂lfen in Deutschland‚Äú, so die Verb√§nde.
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Eintrag vom: 28.04.2016  




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