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Donnerstag, 8. Dezember 2022
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Mehr als 15.000 Kiebitz-Meldungen
Milder Winter hielt viele V├Âgel vom Wegzug ab ÔÇô Kiebitz ist nach wie vor stark gef├Ąhrdet

Mehr als 15.000 Meldungen von Kiebitzen sind in den Monaten Februar und M├Ąrz ├╝ber die Online-Portale Ornitho.de und NABU-Naturgucker.de eingegangen. 2.800 Personen haben sich beteiligt. So das Ergebnis einer Meldeaktion zu dem beliebten, aber inzwischen immer seltener gewordenen Fr├╝hlingsboten. Die meisten Beobachtungen von Anfang Februar stammten aus Regionen, in denen viele Kiebitze zuvor den Winter verbracht hatten. Diese reichten vom Niederrhein ├╝ber Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein und ins mittlere Elbtal. In der zweiten Februarh├Ąlfte kehrten viele Kiebitze zur├╝ck ÔÇô auch in S├╝ddeutschland wurden zahlreiche Kiebitze gemeldet. Der Kiebitz ist dort als Brutvogel selten geworden, viele der gemeldeten V├Âgel betreffen Durchz├╝gler in nord├Âstlich gelegene Brutgebiete. Am 20. M├Ąrz wurde das erste Kiebitzgelege aus Baden-W├╝rttemberg gemeldet.

Der Monat Februar war bundesweit von ├╝berdurchschnittlich hohen Temperaturen gekennzeichnet, welche vermutlich f├╝r die fr├╝he Heimkehr der Kiebitze verantwortlich waren. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes lag die Temperatur in diesem Monat um 2,4 Grad Celsius ├╝ber dem Durschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Im insgesamt sehr milden Winter 2015/2016 hatten zehntausende Kiebitze in Deutschland ├╝berwintert. In strengeren Wintern ziehen hingegen mehr Kiebitze bis nach Frankreich und Spanien.

ÔÇ×Mit dieser Aktion wollten wir auf den gef├Ąhrdeten Wiesenvogel aufmerksam machen. Denn Kiebitze br├╝ten auf feuchtem und offenem Dauergr├╝nland, auf ├äckern, Brachen oder ├ťberschwemmungsfl├Ąchen. ÔÇ×Viele Gelege und K├╝ken gehen durch die intensive Bodenbearbeitung auf ├äckern, aber auch im Gr├╝nland verlorenÔÇť, so Dominic Cimiotti vom Michael-Otto-Institut im NABU. Kiebitze legen bis zu vier Eier in ein mit Gras ausgepolstertes Nest am Boden ÔÇô doch werden sie dabei gest├Ârt, f├Ąllt die Brut aus.

Der Kiebitz steht inzwischen auf der Vorwarnliste der weltweiten Roten Liste. In Deutschland br├╝ten noch rund 80.000 Paare, alle Zeichen stehen auf Rot: sowohl lang- als auch kurzfristig, zeigt der Brutbestand einen stark r├╝ckl├Ąufigen Trend. Der NABU will das ├ťberleben des Kiebitzes in Deutschland mit dem laufenden Schutzprojekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt sichern.

Hintergr├╝nde zum Projekt:

Der NABU testet gemeinsam mit Landwirten und Landwirtinnen Ma├čnahmen zum Kiebitzschutz in bestimmten Regionen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Bayern und Baden-W├╝rttemberg.

Zu den Partnern des Projekts z├Ąhlen die NABU-Naturschutzstation M├╝nsterland, der NABU Mecklenburg-Vorpommern, das Th├╝nen-Institut f├╝r L├Ąndliche R├Ąume in Braunschweig, die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, das B├╝ro BIO-CONSULT in Belm/Osnabr├╝ck, die ARGE Schw├Ąbisches Donaumoos, der Landesbund f├╝r Vogelschutz in Bayern e.V., der F├Ârderverein S├Ąchsische Vogelschutzwarte Neschwitz e.V. und die AG Naturschutzinstitut Region Dresden e.V. im NABU Sachsen.

Um das Projekt noch st├Ąrker in die Breite zu tragen, werden ab diesem Jahr weitere Partner eingebunden. Diese sind: die lokale Aktion Kuno e.V. (Schleswig-Holstein), die NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe, die Staatliche Vogelschutzwarte f├╝r Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, die Arbeitsgemeinschaft Wiesenbr├╝terschutz im Kreis Marburg-Biedenkopf, die Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz im Wetteraukreis, die Kreisverwaltung des Kreises Kreis Gro├č-Gerau und das Fachgebiet Landschaftschaftspflege im Kreis Darmstadt-Dieburg.

Das Projekt wird durchgef├╝hrt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und ├╝ber f├╝nf Jahre gef├Ârdert durch das Bundesamt f├╝r Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums f├╝r Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie Mitteln des Umweltministeriums von Schleswig-Holstein und die Hanns R. Neumann Stiftung.
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Eintrag vom: 14.04.2016  




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