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"Wir brauchen eine Gemeinsame EU-Ernährungspolitik"
Ursula Hudson beim 9. Forum for the Future of Agriculture in Br√ľssel


Slow Food und 99 weitere Organisationen forderten die Europ√§ische Kommission anl√§sslich des am 22.3. in Br√ľssel gehaltenen 9. Forum "Zukunft der Landwirtschaft" (Forum for the Future of Agriculture) in einem Brief an den Pr√§sidenten der Europ√§ischen Kommission, Jean-Claude Juncker, dazu auf, eine Beurteilung der Wirksamkeit der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) durchzuf√ľhren.

Beim allj√§hrlichen Forum for the Future of Agriculture (FFA) geht es in Br√ľssel um die Umsetzung einer zukunftsf√§higen Landwirtschaft, die unter anderem Rechnung f√ľr die hoch bedenklichen Umweltherausforderungen tr√§gt. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland und Mitglied des internationalen Vorstands von Slow Food, sprach beim FFA zum Themenblock Changing Societal Behaviour to achieve the Sustainable Development Goals (Gesellschaftliches Handeln √§ndern, um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen).

Hudson machte in ihrer Rede die Dringlichkeit einer Evaluierung der aktuellen Gemeinsamen Agrarpolitik deutlich: "Slow Food und viele weitere Organisationen aus dem Bereich Landwirtschaft, Umwelt, Entwicklung, Klima, artgerechte Tierhaltung und Ern√§hrungssystem sind der Meinung, dass die Effizienz und Effektivit√§t der Gemeinsamen Agrarpolitik dringend gepr√ľft werden muss, denn sie scheint die europ√§ischen Herausforderungen im Bereich Landwirtschaft und Umwelt nicht √ľberwinden und systemimmanente Probleme nicht beheben zu k√∂nnen. Der Existenzverlust vieler europ√§ischer Bauern, die st√§ndige Instabilit√§t und Krisen auf dem europ√§ischen Markt und ein System, welches statt den weiteren R√ľckgang der biologischen Vielfalt und begrenzter nat√ľrlicher Ressourcen aufzuhalten Anreiz f√ľr √úberproduktion und Lebensmittelverschwendung schafft, sind nur einige Beispiele der negativen Folgen des aktuellen Lebensmittelsystems, von den Auswirkungen auf ausl√§ndische M√§rkte mal ganz abgesehen".

Slow Food setzt sich schon lange daf√ľr ein, das Bewusstsein der Verbraucher dar√ľber zu st√§rken, welche zentrale Rolle ihnen in der Verwirklichung der Agrarwende und eines zukunftsf√§higen Ern√§hrungssystems zukommt. Die politischen Grundlagen d√ľrfen jedoch nicht fehlen: "Wenn wir in Europa wirklich auf ein √∂kologisch nachhaltiges Ern√§hrungssystem hinarbeiten wollen, m√ľssen wir die Probleme an der Wurzel und entlang der ganzen Wertsch√∂pfungskette bek√§mpfen. Der Fitness-Check der GAP soll dabei feststellen, ob dies der Fall ist, und hinterfragen, welche Art der Produktion von der EU finanziell unterst√ľtzt wird. Fest steht: Wir brauchen ein Ern√§hrungssystem, das Lebensmittel im kulturellen, gesellschaftlichen und √∂kologischen Kontext sieht, ebenso wie im wirtschaftlichen, und wir brauchen politischen Willen, um dies zu unterst√ľtzen. Wir brauchen eine Gemeinsame Nachhaltige EU-Ern√§hrungspolitik", so Hudson zum Abschluss.
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Eintrag vom: 23.03.2016  




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