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Mittwoch, 13. November 2019
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Nach wiederholten Nahbegegnungen mit einzelnem Wolf:
NABU empfiehlt kontrollierte Managementmaßnahmen

Kriterien f√ľr Vergr√§mung k√∂nnen bei Einzelf√§llen erf√ľllt sein

Mit Blick auf die wiederholten Nahbegegnungen von Mensch und Wolf im nord√∂stlichen Niedersachsen spricht sich der NABU f√ľr kontrollierte Ma√ünahmen gegen diesen Wolf aus. Wie bislang bekannt wurde, soll sich ein Wolf wiederholt Menschen bis auf weniger als zwei Metern angen√§hert haben. Aggression habe das Tier nie gezeigt.

Sollten sich die geschilderten Ereignisse tats√§chlich so zugetragen haben, sind aus NABU-Sicht damit die Kriterien f√ľr eine Vergr√§mung des Tieres erf√ľllt und sollten auch zur Anwendung kommen. M√∂gliche Vergr√§mungsmethoden sind der Beschuss mit Gummischrot oder anderen nicht t√∂dlichen Geschossen, die dem Wolf unmissverst√§ndlich seine Grenzen aufzeigen. Voraussetzungen f√ľr solche Ma√ünahmen sind nach Ansicht des NABU die eindeutige Identifizierung des Tieres sowie die Abstimmung und Organisation der Ma√ünahmen durch erfahren Experten unter anderem durch die Einbeziehung der Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW).

‚ÄěIn speziellen Einzelf√§llen wie bei einem Wolf, der sich wiederholt Menschen ann√§hert, ist eine deutliche Reaktion erforderlich. Konkrete Ma√ünahmen, wie die kontrollierte Vergr√§mung durch fachkundige Personen, sind in einem solchen Fall angebracht‚Äú, sagte NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. ‚ÄěTrotzdem darf der strenge Artenschutz des Wolfes nicht aus den Augen verloren werden. Der NABU wird die Ma√ünahmen, die gegen den Wolf ergriffen werden, auf artenschutzrechtliche G√ľltigkeit pr√ľfen ‚Äď um zu gew√§hrleisten, dass alles M√∂gliche getan wurde, um den Wolf am Leben zu lassen‚Äú, so Miller weiter.

Seit 2007 liegen von Experten erarbeitete Empfehlungen vor, wie das Verhalten von W√∂lfen zu bewerten ist und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ergeben. ‚ÄěNach unserer Interpretation der vorliegenden Empfehlungen sind die Verhaltenskriterien, die eine Vergr√§mung nicht nur rechtfertigen, sondern notwendig machen, in diesem Fall gegeben‚Äú, so Miller. Der Wolf, bei dem es sich um ein m√§nnliches Tier aus dem Munsteraner Rudel handelt, ist im vergangenen Sommer neben einem zweiten Tier mit einem Senderhalsband ausgestattet worden. Der Aufenthaltsort des Wolfes kann somit festgestellt werden.

Der NABU begleitet die R√ľckkehr der W√∂lfe seit √ľber zehn Jahren und setzt sich f√ľr ihren strengen Schutz ein. In begr√ľndeten Einzelf√§llen sieht der NABU es aber als unausweichlich an, die durch das Bundesnaturschutzgesetz vorgesehenen Ausnahmeregelungen umzusetzen. Vergr√§mungsma√ünahmen oder gar die Entnahme von W√∂lfen bed√ľrfen jedoch immer der Einzelfall√ľberpr√ľfung durch qualifizierte Experten. In den vergangenen 15 Jahren, seitdem es wieder W√∂lfe in Deutschland gibt, ist es zu keinem Angriff von W√∂lfen auf Menschen gekommen.

‚ÄěDas Verhalten einzelner W√∂lfe steht nicht stellvertretend f√ľr alle Tiere der Population. √Ąu√üere Einfl√ľsse, wie zum Beispiel die F√ľtterung durch Menschen, k√∂nnen dazu f√ľhren, dass sich einzelne Tiere weniger scheu verhalten‚Äú, so Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte. In diesen F√§llen sieht der NABU das Wolfsmanagement der Bundesl√§nder in der Pflicht, das Monitoring ‚Äď also die √úberwachung der W√∂lfe ‚Äď zu verst√§rken.
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Eintrag vom: 25.02.2016  




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