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Vom Lesen und Vogelbeobachtung
Am vergangenen Wochenende fand zum sechsten Mal die Stunde der Wintervögel statt. Der Naturschutzbund ruft dabei alle Menschen auf, für eine Stunde die Vögel in ihrer unmittelbaren Umgebung – sei es im Garten oder im Park – zu beobachten und zu notieren. Denn zu dieser Jahreszeit sind viele „Wintervögel“ hier, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen. Am Montag (11.1.) schließlich wurde die Marke von 1.000.000 beobachteter Vögel geknackt – was wieder einmal beweist, dass es in Deutschland vor (Hobby-)Ornithologen nur so wimmelt.

Ob Amateur oder Profi: Bernd Brunner hat der Vogelleidenschaft mit seinem Buch ORNITHOMANIA ein ebenso vielfältiges wie wunderschönes Denkmal gesetzt. »In diesem Buch schlummert ein Reservoir an faszinierenden Figuren, die hundert Romane füllen könnten«, schwärmte MDR Figaro, und die Berliner Morgenpost empfahl das Buch begeistert als Studie, die »auf hintergründige Art zu einer Philosophie über den Menschen an sich wird.«

Brunner hat den faszinierenden Viten derer nachgeforscht, die von Vögeln so fasziniert waren, dass sie ihnen ihr Leben verschrieben – von moderaten Exemplaren wie Friedrich II., 1194–1250, (dem ersten großen Ornithologen und Falkner auf dem Thron) über Leonardo da Vinci (dem Entwickler der ersten Flugapparate), Charles Darwin (der keineswegs den Finken, sondern den von ihm aus aller Welt gesammelten Tauben die entscheidenden Ideen zur Evolution verdankte) bis zu Konrad Lorenz, der die Rolle einer Gänsemutter übernahm.

Freilich gab es auch extremere Formen: Phoebe Snetsinger etwa, eine Millionärin, die nach einer Krebsdiagnose beschloss, ihr restliches Leben ausschließlich dem Beobachten möglichst vieler Vogelarten in der Natur zu widmen – als sie starb, hatte sie mehr Vogelarten gesehen als je ein Mensch vor ihr; Kriminologen, die mit ornithologischen Kenntnissen Fälle lösten; Papageiensammler, die die natürlichen Populationen des Objekts ihrer Begierde an den Rand des Aussterbens brachten; bis zu Vogelschützern, die regelrechte Feldzüge zum Wohle ihrer Schützlinge führten, oder anderen, die für ihre Passion sogar betrogen, mordeten oder starben.
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Eintrag vom: 14.01.2016  




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