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Montag, 23. Mai 2022
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NABU zum Bundesrats-Beschluss Netzausbau
Erdkabel verringern Konflikte mit Natur und Anwohnern

Erdkabelvorrang ersetzt keine umsichtige Planung

Der NABU begr├╝├čt den heutigen Beschluss des Bundesrats, beim Netzausbau k├╝nftig den unterirdisch verlegten Erdkabeln grunds├Ątzlich Vorrang zu geben. ÔÇ×Erdkabel sind f├╝r uns Verbraucher und f├╝r die Natur oft die bessere Wahl. Im Vergleich zu Freileitungen zerschneiden sie nicht die Landschaft, sie bergen keine Gefahren f├╝r V├Âgel und langwierige Diskussionen um den Bau von neuen Trassen werden vermieden. F├╝r die Energiewende und ihre Akzeptanz ist das ein wichtiger SchrittÔÇť, sagte NABU-Bundesgesch├Ąftsf├╝hrer Leif Miller.

Nach dem Beschluss des Bundestags m├╝ssen neue ├╝berregionale Gleichstromtrassen, wie das kontrovers diskutierte Vorhaben ÔÇ×S├╝dLinkÔÇť, k├╝nftig voll oder teilweise unter der Erde verlegt werden. Nur in Ausnahmef├Ąllen oder bei direkter Forderung von Gemeinden k├Ânnen f├╝r bestimmte Abschnitte Freileitungen errichtet werden. Dies bedeutet eine 180-Grad-Wende, da der Netzausbau zuvor ausschlie├člich mit Freileitungen als Standard geplant wurde.

Doch den Vorteilen der Erdkabel f├╝r die Natur ÔÇô Lebensr├Ąume bleiben unzerschnitten, keine Kollisionen von V├Âgeln an Leitungen, keine weithin sichtbaren Freileitungen ÔÇô stehen auch Risiken gegen├╝ber. ÔÇ×Bei Erdkabeln gilt der Grundsatz, auf direktem Wege durch das Land zu graben. Das darf aber nicht dazu f├╝hren, dass jedes Schutzgebiet, das im Weg liegt, aufgebuddelt wird. Sonst drohen erhebliche Auswirkungen auf B├Âden, Vegetation und den WasserhaushaltÔÇť, so Miller. Trotz des nun geltenden gesetzlichen Vorrangs f├╝r Erdkabel m├╝ssen nach Ansicht des NABU Trassen weiterhin gewissenhaft geplant und nach Standortalternativen gesucht werden. Schlie├člich entstehen bei der aufwendigen Kabelverlegung 35 bis 45 Meter breite Baustellen. Vorher unzerschnittene W├Ąldern w├╝rden von Schneisen durchteilt, die dauerhaft frei von Geh├Âlzen bleiben.

Statt eines grunds├Ątzlichen Erdkabelvorrangs bei Gleichstromleitungen ist nach Ansicht des NABU auch die ergebnisoffene Pr├╝fung der jeweiligen ├ťbertragungstechnik in den betroffenen Regionen eine praktikable L├Âsung. Im Flachland bestehen deutlich bessere Voraussetzungen f├╝r die unterirdische Leitungsf├╝hrung als im deutschen Mittelgebirge, was sich bei dem entstehenden Eingriff in die Natur und den entstehenden Mehrkosten bemerkbar macht.

Erfreulich ist, dass nun auch im Drehstromnetz mehr Erdkabel m├Âglich werden. So k├Ânnen neben der Ann├Ąherung an Wohnbebauungen auch Konflikte mit dem Artenschutz oder den Schutzgebieten des Natura-2000-Netzes Gr├╝nde f├╝r den Einsatz von Erdkabeln sein. Dies hatte der NABU durchweg gefordert. Das ├änderungsgesetz erm├Âglicht f├╝r f├╝nf konkrete Drehstromplanungen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Erprobung der Teilverkabelung, darunter auch die sogenannten Ostk├╝stenleitung bei L├╝beck, die vor allem f├╝r Zugv├Âgel als besonders kritisch zu bewerten ist.

Gro├če Probleme stellen f├╝r Gro├č- und Wasserv├Âgel bereits bestehende Freileitungen dar, weil sie die Leitungen und vor allem das d├╝nne Blitzschutzseil ganz oben oft zu sp├Ąt erkennen um auszuweichen. Jedes Jahr verenden so Tausende Zug- und Rastv├Âgel, vor allem nachts oder bei Nebel. Hier m├╝ssen sich die Netzbetreiber deutlich mehr ins Zeug legen, um mit sichtbaren Vogelschutzmarkierungen das Problem deutlich zu verringern.
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Eintrag vom: 23.12.2015  




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