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Russland will geplante Erweiterung des Weltnaturerbes Westkaukasus zur√ľckziehen
Einzigartige Urw√§lder des Sotschi-Nationalparks m√ľssen Teil des UNESCO-Welterbegebietes werden

Im Rahmen der Vorbereitungen zu den olympischen Winterspielen in Sotschi hatte die russische Regierung als Kompensation f√ľr die Bauarbeiten und Natureingriffe eine Erweiterung des UNESCO-Weltnaturerbegebietes Westkaukasus zugesagt. Diese droht sie jetzt wieder zur√ľckzuziehen, um weitere Skikurorte in direkter Grenze zum bisherigen Welterbegebiet zu bauen. Der NABU hat in Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen WWF Russland, Greenpeace Russland und Environmental Watch on North Caucasus Einspruch dagegen erhoben und einen Protestbrief an das UNESCO-Komitee gesendet.

‚ÄěMit der R√ľcknahme der Erweiterung und der Entscheidung der russischen Regierung, Bauarbeiten im Nationalpark und Zakaznik Sotschi prinzipiell zuzulassen, werden nicht nur die Versprechungen zur Entsch√§digung der Naturzerst√∂rung durch die olympischen Spiele gebrochen, der Druck auf die wertvollen Naturr√§ume steigt sogar weiter an‚Äú, so NABU-Vizepr√§sident Thomas Tennhardt. Die Natur im Weltnaturerbegebiet sei massiv gef√§hrdet und ben√∂tige dringend internationalen Schutz.

Im Welterbegebiet Westkaukasus wird aktuell ein Naturraum mit einer Fl√§che von etwa 300.000 Hektar erhalten, der in seiner Urspr√ľnglichkeit und Einzigkartigkeit von unsch√§tzbarem Wert ist. Er ist der einzige, weitestgehend unbeeinflusst gebliebene Hochgebirgskomplex dieser Gr√∂√üe in Europa und Westasien. Nachdem die russische Regierung im Jahr 2014 die Erweiterung des Welterbegebietes zusagte, wurde vom russischen Umweltministerium eine entsprechende Resolution verabschiedet und eine Nominierung zur Grenzerweiterung an das UNESCO-Welterbe-Komitee √ľbermittelt.

Mit der Renominierung sollten vier grundlegende Ziele erreicht werden: Neben der Erweiterung des bestehenden Gebietes um einzigartige Urw√§lder des angrenzenden Sotschinskij-Nationalparks sollte der fehlerhafte Grenzverlauf korrigiert und ein Vorschlag f√ľr die Ausweisung einer wichtigen Pufferzone erarbeitet werden. Dar√ľber hinaus sollte ein Vorschlag f√ľr den Ausschluss der degradierten und als Weideland genutzten Fl√§chen des Lagonaki-Plateaus erarbeitet werden.

‚ÄěNach 15 Jahren Versprechungen der russischen Regierung wurde damals endlich offiziell die Integration der wertvollen Urw√§lder des Nationalparks Sotschinskij nominiert, eine Forderung, die der NABU von Anfang an vertreten hat‚Äú, sagte Vitalij Kovalev, Leiter des NABU-Kaukasusprogramms. Doch kurz nach der vom NABU begleiteten IUCN-Mission zur Evaluierung der eingereichten Renominerung des Weltnaturerbegebietes drang die Nachricht durch, dass die russische Regierung die Erweiterung zur√ľckziehen will. ‚ÄěDie Zerst√∂rung der Natur nach den olympischen Spielen wird so entgegen der urspr√ľnglichen Zusagen fortgesetzt‚Äú, so Kovalev weiter.

Die Pläne zum Ausbau von Skikurorten in der Region werden von verschiedenen Unternehmen, darunter Gazprom, Roza Khutor und Krasnaya Poliana vorangetrieben. Sollte es zum Ausbau kommen, ist der Integrität des Weltnaturerbegebiets massiv gefährdet.
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Eintrag vom: 12.11.2015  




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