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NABU: Leitfaden Pferd und Wolf vorgelegt
Arbeitskreis aus Natursch√ľtzern, Tierhaltern und Wissenschaftlern zeigt Wege zum Umgang mit dem Wolf auf

Berlin ‚Äď Mensch und Wolf teilen sich seit dem Jahr 2000 wieder einen gemeinsamen Lebensraum in Deutschland. Die R√ľckkehr der W√∂lfe stellt vor allem Tierhalter vor neue Herausforderungen. Im ‚ÄěPferdeland‚Äú Niedersachsen sehen sich insbesondere Pferdehalter in einer neuen Situation. W√§hrend es klare Regelungen zum Schutz von Schafen gibt, sucht man Informationen zum Verh√§ltnis von Pferd und Wolf vergeblich. Im Arbeitskreis ‚ÄěPferd und Wolf‚Äú haben sich daher Experten vom NABU, der Pferdeland Niedersachsen GmbH, der Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e.V. und dem Trakehner Verband mit unabh√§ngigen Biologen und Wissenschaftlern der Universit√§t Hildesheim zusammengetan, um gemeinsam einen Beitrag f√ľr ein konfliktarmes Miteinander von Pferd und Wolf zu leisten. Ihre Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind jetzt in dem Handlungsleitfaden ‚ÄěPferd und Wolf - Wege zur Koexistenz‚Äú ver√∂ffentlicht worden. Der 21 Seiten umfassende Leitfaden enth√§lt eine Reihe von speziellen Handlungsempfehlungen f√ľr Reiter im Fall einer Begegnung mit einem oder mehreren W√∂lfen.

Bislang ist noch kein Wolfsangriff von W√∂lfen auf Pferde in Deutschland best√§tigt worden. Die internationale Recherche hat jedoch ergeben, dass Pferde grunds√§tzlich eine potenzielle Beute f√ľr W√∂lfe darstellen k√∂nnen. In L√§ndern wie Spanien oder der Mongolei z.B. sind Pferde zum Teil ein fester Bestandteil des Nahrungsspektrums der dortigen W√∂lfe. Die Pferdehaltung in Deutschland ist mit der Haltungspraxis im Ausland jedoch nur eingeschr√§nkt vergleichbar. So werden Pferde hierzulande oft durch Z√§une gesch√ľtzt, ebenso stehen sie im Gegensatz zu ihren freilebenden Artgenossen in Spanien oder der Mongolei unter menschlicher Aufsicht und werden, wenn n√∂tig, medizinisch versorgt. Au√üerdem ist die Dichte an wilder Beute in Form von Huftieren in Deutschland als deutlich h√∂her einzusch√§tzen, als dies im mediterranen Raum der Fall ist. Alle diese Faktoren vermindern das Risiko, dass Pferde in Deutschland zu Beutetieren f√ľr W√∂lfe werden. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit daf√ľr als √§u√üerst gering einzusch√§tzen ist, kann nach Ansicht des Arbeitskreises ein Wolfsangriff, speziell auf Fohlen und Jungtiere, nicht g√§nzlich ausgeschlossen werden.

In einer Umfrage der Universit√§t Hildesheim unter Pferdehaltern und Reitern wurden die √Ąngste und Bedenken zur R√ľckkehr des Wolfes nach Niedersachsen erfragt. Die Mehrheit akzeptiert die R√ľckkehr des Wolfes, sieht jedoch auch ein m√∂gliches Konfliktpotenzial bez√ľglich der Tierhaltung und bef√ľrchtet zuk√ľnftige Vorf√§lle. Andere bezweifeln die Vereinbarkeit der heute dicht besiedelten Kulturlandschaft mit den Lebensraumanspr√ľchen der W√∂lfe. Eine Minderheit lehnte die Anwesenheit der W√∂lfe kategorisch ab.

Der Arbeitskreis Pferd und Wolf hat sich zum Ziel gesetzt, die aktuelle Entwicklung der Wolfsausbreitung zu beobachten und Perspektiven insbesondere f√ľr Pferdehalter und Reiter zu erarbeiten. Dabei will der Arbeitskreis Pferdehaltern helfen, sich mit der Situation, dass der Wolf wieder Bestandteil der nat√ľrlichen Umgebung ist, zu arrangieren und absehbare Konflikte zu vermeiden.

Der Leitfaden ‚ÄěPferd und Wolf‚Äú ist kostenlos erh√§ltlich im NABU- Shop: www.NABU.de/shop, E-Mail: info@NABU-Natur-Shop.de, Tel. +49 (0)511.898138-0. Versandkosten werden in Rechnung gestellt.
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Eintrag vom: 17.10.2015  




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