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Kanzlerin muss Abgas-Skandal zur Chefsache machen
Neue Zust├Ąndigkeiten und Tests f├╝r alle Autohersteller m├╝ssen folgen

Angesichts der Ausweitung des Abgas-Skandals von Volkswagen auf die Tochtermarken Audi, Seat und ┼ákoda fordert der NABU ein entschiedenes Eingreifen der Kanzlerin und eine Neustrukturierung der Zust├Ąndigkeiten auf Bundesebene. ÔÇ×Jahrelang haben unsere staatlichen Beh├Ârden bei der Kontrolle der Abgaswerte beide Augen zugedr├╝ckt. Um die tats├Ąchlichen Ausma├če des Skandals aufzudecken, m├╝ssen jetzt alle Hersteller systematisch ├╝berpr├╝ft werden ÔÇô und zwar auf der Stra├če und nicht auf dem Pr├╝fstandÔÇť, forderte NABU-Bundesgesch├Ąftsf├╝hrer Leif Miller.

Daher sei zum jetzigen Zeitpunkt das Eingreifen von Bundeskanzlerin Merkel dringend erforderlich. Der NABU fordert seit langem, dass Kraftstoffverbrauchs- und Abgastests unter realen Bedingungen erfolgen m├╝ssen, weil bekannt ist, dass es zu eklatanten Abweichungen zwischen Laborwerten und Realbetrieb kommt. ÔÇ×Trotz dieser Kenntnis haben der zust├Ąndige Verkehrsminister Dobrindt und das ihm unterstellte Kraftfahrbundesamt nichts unternommen. Ohne die erdr├╝ckenden Hinweise aus den USA w├Ąre in Deutschland vermutlich bis heute nichts aufgeflogenÔÇť, so Miller.

Vor diesem Hintergrund muss umfassend gekl├Ąrt werden, welche Hersteller aus Deutschland noch von den Manipulationen betroffen seien. Die Kanzlerin m├╝sse daher rasch die Aufdeckung des tats├Ąchlichen Ausma├čes dieses Betrugs vorantreiben. Zwei Schritte sind dazu nach Ansicht des NABU erforderlich: Erstens muss die Kanzlerin die Fahrzeuge aller Hersteller auf ihre tats├Ąchlichen Emissionswerte und Kraftstoffverbr├Ąuche ├╝berpr├╝fen lassen ÔÇô und zwar im normalen Stra├čenbetrieb. Zweitens muss Angela Merkel ihre Richtlinienkompetenz nutzen, um die Aufgabenverteilung innerhalb der Ressorts neu zuzuschneiden.

ÔÇ×Da der Verkehrsminister und die ihm unterstellten Beh├Ârden nachweislich versagt haben, muss dem Kraftfahrtbundesamt die ├ťberwachung von Abgas- und Verbrauchswerten entzogen werden. Statt dessen sollte das Umweltbundesamt diese Aufgabe schnellstm├Âglich ├╝bernehmen, da hier ohnehin das entsprechende Know-how hinsichtlich der Messung von Luftschadstoffen geb├╝ndelt ist. F├╝r diese Aufgabe muss das Umweltbundesamt mit den entsprechenden finanziellen und personellen Mitteln ausgestattet werdenÔÇť, so Miller.

Auch mit Blick auf die vor wenigen Tagen in New York bei der UN-Vollversammlung verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (SDG) m├╝sse die Bundesregierung ihren Ank├╝ndigungen Taten folgen lassen. Bis zum Jahr 2030 soll die Belastung durch Luftschadstoffe in den St├Ądten weltweit deutlich sinken. ÔÇ×Damit die Staaten richtige Ma├čnahmen gegen umwelt- und gesundheitssch├Ądliche Stickoxide, Feinstaub und Ru├č ergreifen k├Ânnen, m├╝ssen wir erst wissen, wie hoch die tats├Ąchlichen Abgaswerte im Pkw-Bereich wirklich sind. Alles andere w├Ąre AugenwischereiÔÇť, so NABU-Verkehrsexperte Daniel Rieger.
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Eintrag vom: 01.10.2015  




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