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AKW-Katastrophenschutz im Landkreis Emmendingen
In der √∂ffentlichen Sitzung des Ausschusses f√ľr Umwelt und Technik (am Montag, 28. September 2015, ab 15:00 Uhr im Sitzungssaal des Haus am Festplatzes, Schwarzwaldstra√üe 4, EG) steht auf Antrag der GR√úNEN Kreitagsfraktion der leider immer noch wichtige Tagesordnungspunkt "Notfallplanung f√ľr das KKW Fessenheim" auf der Tagesordnung.



"Sehr geehrter Herr Landrat Hurth,

seit √ľber vier Jahrzehnten ist das franz√∂sische AKW Fessenheim eine der gr√∂√üten Bedrohungen f√ľr die Menschen im Landkreis Emmendingen.

Der französische Staatspräsident Hollande hatte im Wahlkampf versprochen, das altersschwache französische AKW Fessenheim im Jahr 2016 abzuschalten. Doch der in Frankreich immer mitregierende Atomkonzern EDF spielt seine undemokratische Macht aus und versucht eine Abschaltung des ältesten AKW Frankreichs, das ungesichert in einer Erdbebenzone liegt, zu verhindern.
Seit Jahrzehnten habe ich in meinen Funktionen als Kreisrat und als BUND-Gesch√§ftsf√ľhrer den offiziellen, deutschen Katastrophenschutz f√ľr das AKW in Fessenheim als unrealistischen Katastr√∂phchenschutz kritisiert und darauf hingewiesen, dass der beste Katastrophenschutz die Abschaltung des AKW ist.

Ausgelöst durch den Fukushima-Unfall wurde jetzt der Katastrophenschutz vorsichtig weiter entwickelt.
2014 hat die Strahlenschutzkommission erweiterte Sicherheitszonen um Atomkraftwerke empfohlen und neue Zeitvorgaben f√ľr die Evakuierung der Menschen in diesen Gebieten gemacht. Die sogenannte Au√üenzone umfasst jetzt 100 statt bislang 25 Kilometer rund um die Anlage. Die Mittelzone wurde von 10 auf 20 Kilometer ausgeweitet. Das ist zumindest ein minimaler Fortschritt. Aus dem Katastr√∂phchenschutz wird langsam Katastrophenschutz.

Doch was bedeutet diese Weiterentwicklung f√ľr die Menschen im Landkreis Emmendingen, die in der Hauptwindrichtung des alten franz√∂sischen AKW wohnen? Und was bedeutet das f√ľr das Landratsamt und f√ľr uns Kreisr√§te, die wir auch Verantwortung f√ľr die Menschen im Kreis tragen?
Welche Regelungen gelten in der 100 Kilometer Au√üenzone, in der unser Landkreis liegt? Und was bedeutete es, dass auch die Evakuierung ‚Äěganz Freiburgs‚Äú angedacht ist, obwohl Freiburg nur zum Teil in der (viel zu kleinen) Mittelzone liegt, die auch evakuiert werden soll.

Unabhängig von den jetzigen theoretischen Empfehlungen der Strahlenschutzkommission haben die konkreten Auswirkungen der Atomunfälle in Tschernobyl und Fukushima gezeigt, dass auch außerhalb der 20 Kilometer-Zone Evakuierungsmaßnahmen in Teilgebieten dringend notwendig sein können. Wäre der Landkreis darauf vorbereitet?

Wir bitten Sie in einer der n√§chsten Kreistagssitzungen dieses wichtige Sicherheitsthema anzusprechen und den Kreistag √ľber den aktuellen Stand der √úberlegungen und Planungen f√ľr den Schutz der Bev√∂lkerung zu informieren.


Mit freundlichen Gr√ľ√üen

f√ľr die Fraktion
Axel Mayer"
 
Eintrag vom: 01.10.2015 Autor: Axel Mayer, B90/Gr√ľne




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