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NABU: Kohlekraftwerke verschmutzen Luft und Gewässer
Giftige Quecksilber-Emissionen aus Kohlekraftwerken sorgen f√ľr schlechten Zustand der Seen und Fl√ľsse in Deutschland

Emissionen aus Kohlekraftwerken gef√§hrden nicht nur die Klimaschutzziele, sondern belasten auch deutsche Fl√ľsse und Seen erheblich. ‚ÄěAllein die deutschen Braunkohlekraftwerke blasen jedes Jahr gesch√§tzte dreieinhalb Tonnen des Nervengifts Quecksilber in die Luft. Ein erheblicher Teil davon landet mit dem Regen auch in unseren Gew√§ssern‚Äú, sagte NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke.

In allen deutschen Fl√ľssen wird derzeit die festgelegte H√∂chstkonzentration f√ľr Quecksilber √ľberschritten ‚Äď und damit die Umweltqualit√§tsnorm (UQN) verfehlt. Auch die Umweltziele der europ√§ischen Wasserrahmenrichtlinie sind durch die giftigen Emissionen aus Kohlekraftwerken in Gefahr. Der NABU fordert daher deutlich strengere Grenzwerte f√ľr Quecksilber-Emissionen in Europa.

Alarmierend ist auch, dass Quecksilber √ľber die Nahrungskette vom Menschen aufgenommen werden kann. Fische aus Rhein, Elbe und Donau sind nach Angaben der Bundesregierung seit mehr als 15 Jahren schwer belastet. ‚ÄěBesonders sch√§dlich sind organische Verbindungen des Quecksilbers, wie Methylquecksilber, das beispielsweise im Organismus von Fischen gebildet wird. Es kann zu schweren Sch√§digungen des Nervengewebes f√ľhren‚Äú, so Tschimpke. Vor allem bei Raubfischen wird die Belastung als besonders hoch eingesch√§tzt. Das Bundesumweltministerium hatte erst k√ľrzlich in einer offiziellen Empfehlung Schwangere und Stillende vor dem Verzehr von Aal und Hecht gewarnt.

‚ÄěDeutschland ist aufgrund seines hohen Anteils an Kohlekraftwerken im Strom-Mix trauriger Spitzenreiter in Sachen Quecksilber-Emissionen in Europa. Die Braunkohle ist dabei die gr√∂√üte Dreckschleuder‚Äú, so Tschimpke. Bei der Verhinderung von Grenzwerten habe die Kohle-Lobby in der Vergangenheit ganze Arbeit geleistet. So sollen europ√§ische Grenzwerte erst ab 2020 gelten. Dann sollen Braunkohlekraftwerke maximal sieben Mikrogramm Quecksilber je Kubikmeter Luft aussto√üen d√ľrfen und Steinkohlekraftwerke vier Mikrogramm je Kubikmeter.

‚ÄěBis die Quecksilber-Grenzwerte in Kraft treten, gibt es quasi einen Freifahrtschein f√ľr die Kohleindustrie. Das ist besonders frustrierend, da es l√§ngst etablierte und kosteng√ľnstige technische Verfahren gibt, um den Quecksilberaussto√ü viel deutlicher als von der EU geplant zu reduzieren. Abgesehen davon sind die bald geltenden Grenzwerte ohnehin viel zu lasch‚Äú, so der NABU-Pr√§sident.

Mittelfristig sei aber auch entscheidend, ganz auf fossile Energietr√§ger zu verzichten. ‚ÄěWenn wir die naturvertr√§gliche Energiewende durch mehr Effizienz und erneuerbare Energien voranbringen, kommen wir weg von der Kohle und k√∂nnen Mensch und Natur entlasten‚Äú, so NABU-Energieexpertin Tina Mieritz.
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Eintrag vom: 23.07.2015  




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