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NABU: Emissionshandel braucht eine echte Reform
Erreichen der europĂ€ischen Klimaschutzziele rĂŒckt in immer weitere Ferne

Angesichts der heutigen Beratungen der EU-Kommission zum Emissionshandel fordert der NABU weitreichendere Reformen beim Handel mit den Verschmutzungsrechten. „Der europĂ€ische Emissionshandel umfasst fast die HĂ€lfte der europaweiten CO2-Emissionen. Deshalb hĂ€tte die EU-Kommission dieses Instrument endlich stĂ€rken mĂŒssen. Stattdessen wird es auch kĂŒnftig reichlich ĂŒberflĂŒssige Verschmutzungs-Zertifikate geben, die den Preis kaputt machen“, so NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

UrsprĂŒnglich wurde mit einem Zertifikate-Preis von rund 30 Euro je Tonne CO2 geplant und auf dieser Basis Klimaschutzeffekte berechnet. Seit Jahren jedoch dĂŒmpelt der tatsĂ€chliche Preis bei etwa sieben Euro und bietet damit keinen verlĂ€sslichen Anreiz fĂŒr Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz. „Ein angemessener CO2-Preis ist dringend nötig, denn der Emissionshandel ist das zentrale Element zum Erreichen der europĂ€ischen Klimaschutzziele“, so Tschimpke weiter. Außerdem trage ein höherer CO2-Preis zur Planungssicherheit bei Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz bei.

In dem heute von der EU-Kommission vorgelegten Reformvorschlag sollen ab dem Jahr 2020 zwar kĂŒnftig jedes Jahr weniger Zertifikate ausgegeben werden als bisher, doch wird diese Reduktion durch die in den Markt zurĂŒckfließenden Zertifikate aus der jĂŒngst beschlossenen MarktstabilitĂ€tsreserve wettgemacht. „Wenn die EU beim Klimagipfel in Paris glaubwĂŒrdig fĂŒr den Klimaschutz eintreten will, mĂŒssen möglichst schnell etwa zwei Milliarden Zertifikate aus dem Markt gezogen werden und zwar dauerhaft“, forderte der NABU-PrĂ€sident.

Der Emissionshandel hat seit seiner EinfĂŒhrung zu etlichen Mitnahmeeffekten in der Energiewirtschaft und Industrie gefĂŒhrt und kaum Einsparungen im CO2-Ausstoß nach sich gezogen. „Wenn der Emissionshandel nicht noch eine Reform erfĂ€hrt, die wirklich diesen Namen verdient, sind die Klimaschutzziele der EU schwer erreichbar. Zumindest solange der Emissionshandel das zentrale Instrument im EU-weiten Klimaschutz ist. Deshalb wird es Zeit, dass endlich zusĂ€tzliche Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen auf den Tisch kommen“, so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz.
 
Eintrag vom: 16.07.2015  




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