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NABU:
‚ÄěSchutzarbeit f√ľr russische Weltnaturerbe darf nicht unter politischen Spannungen leiden‚Äú

Zahlreiche russische UNESCO-Weltnaturstätten durch Großbauprojekte und Bergbau bedroht

Vom 28. Juni bis zum 8. Juli tagt in Bonn das UNESCO-Welterbekomitee. F√ľr den NABU verfolgt Vitalij Kovalev, Leiter des Kaukasusprogrammes, die Konferenz. Der NABU hat bereits ma√ügeblich an Weltnaturerbeprogrammen in Mittelasien, Russland und im Kaukasus mitgearbeitet.

In diesem Jahr entscheidet die UNESCO √ľber die Nominierung von 36 Welterbest√§tten, darunter zwei Erweiterungen von Naturerbest√§tten in S√ľdafrika und Vietnam sowie drei neue Naturerbest√§tten in Thailand, im Sudan und, l√§nder√ľbergreifend, in Russland sowie der Mongolei. Bei der russisch-mongolischen Naturlandschaft handelt es sich um die Daurische Steppenlandschaft. ‚ÄěDie Ernennung der Daurischen Steppenlandschaft zum UNESCO-Weltnaturerbe w√ľrde ein gro√üer Erfolg f√ľr die mehrj√§hrige deutsch-russische Zusammenarbeit zum Schutz der Weltnaturerbe bedeuten‚Äú, sagte NABU-Vizepr√§sident Thomas Tennhardt und betont, diese d√ľrfe trotz der derzeitigen politischen Spannungen nicht leiden. Da Russland zudem ein wichtiger Partner f√ľr den globalen Klimaschutz sei, k√∂nnten ohne dessen Zusammenarbeit die von Deutschland gestellten Klimaschutzziele nicht erreicht werden.

Russland verf√ľgt √ľber den weltweit bedeutendsten Anteil der Naturerbe. Aktuell sind zehn russische St√§tten als Weltnaturerbe und eines als Kulturlandschaft von der UNESCO anerkannt. Einige davon sind trotz ihrer herausragenden Bedeutung durch unterschiedliche menschliche Einfl√ľsse wie Gro√übauprojekte, Bergbau oder den Tourismus bedroht. Der NABU sowie russische NGOs fordern daher die Aufnahme des Baikalsees, des Komi Forests, des Golden Altai Mountains, der Wrangel Insel in der russischen Arktis sowie der Vulkane Kamtschatkas in die Liste der gef√§hrdeten Weltnaturerbegebiete.

Ebenfalls auf die Liste der bedrohten Weltnaturerbe geh√∂re laut NABU das Weltnaturerbegebiet Westkaukasus, das durch den Ausbau zu einem Skigebiet bedroht ist. Der NABU war ma√ügeblich f√ľr die Aufnahme des Westkaukasus¬ī in die Liste der UNESCO-Weltnaturerbegebiete beteiligt. Der 300.000 Hektar gro√üe Naturraum ist der einzige weitestgehend unbeeinflusst gebliebene Hochgebirgskomplex dieser Gr√∂√üe in Europa und Westasien und in seiner Urspr√ľnglichkeit und Einzigartigkeit von unsch√§tzbarem Wert. Eine Erweiterung des Weltnaturerbe Westkaukaus um 70.000 Hektar hat Russland in diesem Jahr bei der UNESCO beantragt

Das ‚Äě√úbereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt‚Äú wurde 1972 verabschiedet. Es ist das international bedeutendste Instrument, das von der V√∂lkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und nat√ľrlichen Erbes beschlossen wurde. Bis heute haben 191 Staaten das √úbereinkommen unterzeichnet. Auf der UNESCO-Liste des Welterbes stehen aktuell 1.007 Kultur- und Naturerbest√§tten in 161 L√§ndern. Deutschland ist mit 37 Kulturerbest√§tten und zwei Naturerbest√§tten auf der Welterbeliste vertreten.
 
Eintrag vom: 03.07.2015  




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