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NABU: Die dreckigsten Kohlekraftwerke m√ľssen vom Netz
Kein Einknicken vor der Kohle-Lobby ‚Äď Falsches Signal f√ľr den Weltklimagipfel in Paris

Zu j√ľngsten Medienberichten, dass der von Bundesumweltminister Gabriel geplante Klimaschutzbeitrag des Stromsektors auf Druck von Unternehmen, Gewerkschaften und Unionspolitikern um rund ein Drittel gek√ľrzt werden soll, erkl√§rt NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke: ‚ÄěMit dem Klimabeitrag hat der Wirtschaftsminister ein kluges Instrument vorgelegt, um Klimaschutzbeitr√§ge im Energiesektor zu erzielen ‚Äď es w√§re ein Armutszeugnis wenn Sigmar Gabriel nun vor der Kohle-Lobby einknickt. Die dreckigsten und √§ltesten Braunkohlekraftwerke m√ľssen in absehbarer Zeit vom Netz, sonst werden kaum die Klimaziele bis 2020 zu schaffen sein.‚Äú

Statt der bisher veranschlagten zus√§tzlichen 22 Millionen Tonnen CO2 sollen gem√§√ü der bekanntgewordenen Pl√§ne nun lediglich 16 Millionen Tonnen durch den Kraftwerkspark eingespart werden. In der Konsequenz hei√üt das, dass die alten Kohlemeiler deutlich l√§nger laufen werden und h√∂here Beitr√§ge in anderen Sektoren geleistet werden m√ľssen ‚Äď wie genau das gehen soll, ist noch unklar. ‚ÄěDas Herumlamentieren und Feilschen um die Anteile, die in jedem Sektor zu leisten sind, muss ein Ende haben. Die Vorschl√§ge, die auf dem Tisch liegen, m√ľssen endlich aufgegriffen werden, der Klimaschutz kann nicht mehr warten‚Äú, warnt Tschimpke. Wenn sich Deutschland international weiterhin als Vorreiter in Sachen Klimaschutz profilieren wolle, d√ľrfe die Glaubw√ľrdigkeit nicht so leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Zeitgleich mit Bekanntwerden der Pl√§ne fand in Deutschland der Petersberger Klimadialog zur Vorbereitung des internationalen Klimaschutzabkommens in Paris im Dezember statt, der am heutigen Dienstag zu Ende geht. ‚ÄěWenn die Bundesregierung nicht in der Lage ist im eigenen Land glaubw√ľrdigen Klimaschutz zu gestalten, kann sie wohl kaum von anderen L√§ndern mehr Ambitionen im Klimaschutz fordern‚Äú, so NABU-Klimaschutzexperte Sebastian Scholz. ‚ÄěKanzlerin Merkel hat es vers√§umt, sich klar f√ľr die Pl√§ne ihres Wirtschaftsministers auszusprechen und damit zugelassen, dass die Besitzstandswahrer der Kohle-Industrie direkt die internationale Klimadiplomatie torpedieren.‚Äú
 
Eintrag vom: 22.05.2015  




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