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NABU: Großes Torfmoor profitiert von EU-Naturschutzrichtlinien
Bedeutender Naturschatz in Europa - ‚ÄěFitness-Check‚Äú darf nicht zum Naturschutz-Abbau f√ľhren

Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den Pr√ľfstand: Aktuell haben alle B√ľrgerinnen und B√ľrger in den Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer m√∂glichen ‚ÄěModernisierung" der zwei wichtigsten EU-Gesetze f√ľr den Natur- und Artenschutz zu √§u√üern: der Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) und der Vogelschutzrichtlinie. Mit der Aktion ‚ÄěNatursch√§tze retten‚Äú stellt der NABU jede Woche auf www.NABU.de/naturschaetze ein Gebiet, eine Art oder einen Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren. ‚ÄěDer ‚ÄöFitness-Check‚Äė der Europ√§ischen Union darf nicht zu einem Naturschutz-Abbau f√ľhren. Hunderte Natursch√§tze in Deutschland k√∂nnten sich sonst nicht mehr entfalten‚Äú, so NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Unter dem Schutz der EU hat sich zum Beispiel das Gro√üe Torfmoor in Nordrhein-Westfalen zum ‚ÄěNaturschatz‚Äú entwickelt. Dieses 550 Hektar gro√üe Fauna-Flora-Habitat-Gebiet zwischen Wiehengebirge und Mittellandkanal z√§hlt zu den bedeutendsten Moorlandschaften in Nordrhein-Westfalen und ist auch Teil des EU-Vogelschutzgebietes ‚ÄěBastauniederung‚Äú. Es bildet damit einen wichtigen Trittstein im EU-weiten Naturschutznetzwerk Natura 2000. Trotz der jahrhundertelangen Nutzung als Gr√ľnland und b√§uerlichem Torfabbau sind moortypische Pflanzen wie Glockenheide, Rosmarinheide oder Moosbeere teilweise erhalten geblieben. Durch das Engagement des NABU-Kreisverbandes Minden-L√ľbbecke und des Landes Nordrhein-Westfalen konnten wichtige Bereiche des Gro√üen Torfmoores gesichert werden.

‚ÄěErst die Investition von √ľber 1,8 Millionen Euro im Rahmen des EU-LIFE-Programmes, je zur H√§lfte von der EU und dem Land Nordrhein-Westfalen, hat es m√∂glich gemacht, dass wichtige Artenschutz- und Klimaschutzma√ünahmen auf den Weg gebracht wurden. Die Wiedervern√§ssung des Gro√üen Torfmoores hilft nicht nur, den Artenschwund zu stoppen, sondern sch√ľtzt das Klima. Intakte Moore speichern enorme Mengen Kohlenstoff‚Äú, sagte NABU-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck. Ohne den Schutzstatus als FFH- und Vogelschutzgebiet w√§re eine solch positive Entwicklung schwer m√∂glich gewesen. ‚ÄěDas Beispiel Torfmoor zeigt, was auf dem Spiel steht, wenn die EU-Naturschutzrichtlinien nun in Br√ľssel einem ‚ÄöFitness-Check‚Äė unterzogen werden ‚Äď die Entwicklung vergleichbarer Natursch√§tze k√∂nnte erschwert oder gar unm√∂glich gemacht werden‚Äú, so Tumbrinck.

Das Gro√üe Torfmoor bietet j√§hrlich √ľber 100.000 Menschen Erholung, die auf gezielt angelegten Wegen diese einzigartige Naturlandschaft erleben und sich im NABU-Moorhus √ľber die Welt der Moore informieren k√∂nnen.

Mit Blick auf die EU-B√ľrgerbefragung zum ‚ÄěFitness-Check‚Äú m√∂chte der NABU zahlreiche Menschen dazu bewegen, sich f√ľr starke Naturschutzgesetze in der Europ√§ischen Union auszusprechen. Einige Regierungen und Wirtschaftslobbyisten verlangen bereits die Abschw√§chung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH)- und Vogelschutzrichtlinie. Der Schutz von allein in Deutschland √ľber 5.000 Natura-2000-Gebieten k√∂nnte damit geschw√§cht werden. Die Jagd auf Zugv√∂gel und W√∂lfe, der Schutz von Flederm√§usen, Bibern und Buchenw√§ldern st√ľnde wieder zur Debatte.

Der NABU fordert nicht nur den Erhalt der EU-Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung und Finanzierung der geltenden Naturschutzstandards. ‚ÄěWenn die EU-Kommission, das Europ√§ische Parlament und die Mitgliedstaaten es ernst meinen mit dem Stopp des Artensterbens bis 2020, wozu sie sich verpflichtet haben, dann muss eine breit angelegte Naturschutzoffensive eingeleitet werden. Das bedeutet: mehr Geld und mehr Personal f√ľr die Naturschutzverwaltungen, aber auch klare Bestimmungen f√ľr Schutzgebiete sowie empfindliche Strafen f√ľr illegales T√∂ten von Zugv√∂geln in der ganzen EU‚Äú, so NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Der NABU stellt zw√∂lf Wochen lang jede Woche eine gesch√ľtzte oder gerettete Art, einen Lebensraum oder ein Natura-2000-Gebiet √ľber die NABU-Internetseite, Presse, soziale Medien und auf Veranstaltungen vor, die alle vom EU-Schutz abh√§ngen. Dazu z√§hlen der Wolf und der Biber, ebenso wie die Wacholderheiden auf der Schw√§bischen Alb, das Gro√üe Torfmoor in Nordrhein-Westfalen, das Tegeler Flie√ütal der Hauptstadt Berlin, der Buchenwald Grumsin oder das Nationale Naturerbe ‚ÄěWeinberg Wetzlar‚Äú.
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Eintrag vom: 08.05.2015  




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