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Sonntag, 2. Oktober 2022
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NABU-Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen will mehr Naturschutz im Jagdrecht
Jagdgesetze m√ľssen √∂kologischer werden

Vor dem Hintergrund der Novellierungen der Jagdgesetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-W√ľrttemberg hat der NABU eine repr√§sentative Bev√∂lkerungsumfrage beim Meinungsforschungsinstitut forsa in Auftrag gegeben. Die klare Mehrheit (84 Prozent) der 1.000 Befragten h√§lt es f√ľr sehr wichtig oder wichtig, dass die Aspekte des Natur- und Tierschutzes durch die Jagdgesetze gest√§rkt werden. ‚ÄěWir fordern die Politik auf, die Jagdgesetze konsequent zu √∂kologisieren ‚Äď auch wenn viele Jagdverb√§nde mit Gesetzen aus dem letzten Jahrhundert lieber weiter in der Vergangenheit leben wollen‚Äú, sagte NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Baden-W√ľrttemberg fahre die J√§gerschaft schwere Gesch√ľtze gegen zaghafte √∂kologische Verbesserungen der Jagdgesetze auf. So beharren die Jagdverb√§nde weiterhin darauf, Tiere mit Fallen t√∂ten zu d√ľrfen und streng gesch√ľtzte und bedrohte Tierarten wie Krick- oder Tafelente zu bejagen. ‚ÄěWollen J√§gerinnen und J√§ger gesellschaftsf√§hig bleiben, m√ľssen sie sich den sozialen und √∂kologischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte √∂ffnen. So k√∂nnte der Wolf zum Lackmus-Test werden: Der Umgang mit dem R√ľckkehrer wird zeigen, ob die J√§gerschaft in der Gegenwart ankommt oder weiter Positionen aus der M√§rchenzeit aufrecht erhalten will‚Äú, sagte Miller.

Der NABU hatte erst vor Kurzem die Umweltvertr√§glichkeit des deutschen Jagdrechts √ľberpr√ľft und festgestellt, dass dieses den Anforderungen des Tier- und Naturschutzes nicht einmal mehr ansatzweise gen√ľgt. ‚ÄěDie Entw√ľrfe der Jagdgesetze aus Nordrhein-Westfalen und Baden-W√ľrttemberg waren die einzigen, die ein St√ľck weit in die Zukunft wiesen‚Äú, erkl√§rte der NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer.

Er kritisierte scharf, dass sich die gr√ľn-rote Landesregierung in Baden-W√ľrttemberg dem Druck der J√§ger beugen und stark gef√§hrdete oder vom Aussterben bedrohte Entenarten m√∂glicherweise zur Jagd freigeben m√∂chte. In der Durchf√ľhrungsverordnung zum neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz war dies in den ersten Entw√ľrfen nicht vorgesehen. ‚ÄěDie Umfrage des NABU zeigt klar, wohin die Richtung gehen muss: Die B√ľrgerinnen und B√ľrger wollen mehr Natur- und Tierschutz im Jagdrecht ‚Äď und kein Einknicken der Politiker vor anachronistischen Forderungen der J√§gerschaft‚Äú, so Miller.

An die Jagdverb√§nde richtete der NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer ein konkretes Angebot: ‚ÄěAngesichts der massiven Herausforderungen ‚Äď die biologische Vielfalt geht immer dramatischer zur√ľck im Wald und vor allem auf Feldern ‚Äď sollte die organisierte J√§gerschaft ihrem eigenen Anspruch gerecht werden: Zeigen Sie den Natursch√ľtzern nicht die Faust, sondern verhalten Sie sich wie ein anerkannter Naturschutzverband. Wir reichen Ihnen die Hand, um mit uns gemeinsam gegen die Bestandsr√ľckgange bei bedrohten Arten vorzugehen und ihre Lebensr√§ume zu entwickeln. Auf lokaler Ebene funktioniert eine solche Zusammenarbeit schon sehr gut ‚Äď jetzt muss nur noch die gesamte J√§gerschaft nachziehen. Die Gesellschaft erwartet von den Jagdverb√§nden, dass sie aus den verstaubten Jagdzimmern ins 21. Jahrhundert treten und sich f√ľr den Naturschutz einsetzen.‚Äú
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Eintrag vom: 20.03.2015  




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