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NABU fordert Ausstiegsverhandlungen bei Fehmarnbeltquerung
Stopp noch vor dem ersten Spatenstich

Anl√§sslich des geplanten Treffens zwischen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und D√§nemarks Verkehrsminister Magnus Heunicke am morgigen Dienstag in Berlin fordert der NABU beide L√§nder erneut auf, sich ernsthaft √ľber einen Ausstieg aus dem √∂kologisch wie √∂konomisch fragw√ľrdigen Projekt Fehmarnbeltquerung zu unterhalten. J√ľngst musste der Parlamentarische Staatssekret√§r im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, einr√§umen, dass sich die Kosten f√ľr die deutsche Hinterlandanbindung von ehemals geplanten 860 Millionen Euro auf nunmehr 2,1 Milliarden Euro fast verdreifacht h√§tten. Eine aktuelle Finanzanalyse auf d√§nischer Seite ergab einen weiteren Anstieg von 5,5 auf rund 7,7 Milliarden Euro allein f√ľr den geplanten Tunnel. Die Kosten f√ľr die d√§nische Hinterlandanbindung hatten sich durch einen Br√ľckenneubau schon zuvor deutlich verteuert.

Artikel 22 des Staatsvertrages zwischen Deutschland und D√§nemark bietet beiden Partnern bei erheblichen Kostensteigerungen die M√∂glichkeit, neu zu verhandeln. ‚ÄěWenn die Verkehrsminister im Sinne ihrer L√§nder verantwortungsvoll mit dem Vorhaben umgehen wollen, dann m√ľssen sie noch vor dem ersten Spatenstich aussteigen. Das w√§re gut f√ľr die Staatshaushalte, angesichts fehlender Mittel besser f√ľr den Erhalt bestehender Infrastruktur und am allerbesten f√ľr Natur und Umwelt‚Äú, sagte NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller.

Seit √ľber einem Jahrzehnt engagiert sich der NABU gegen eine feste Fehmarnbeltquerung. Der NABU hat in der Vergangenheit eigene Gutachten unter anderem zum infrastrukturellen Bedarf in Auftrag gegeben und sieht sich durch weitere aktuelle kritische Bewertungen des Gro√üprojekts, wie zum Beispiel der Consultingtochter des Deutschen Instituts f√ľr Wirtschaftsforschung DIW Econ oder der vernichtenden Kritik des d√§nischen Verkehrsexperten Knud Erik Andersen, in seinen jahrelangen Warnungen best√§tigt. Unter anderem blieb der parallel weiterlaufende F√§hrbetrieb der Reederei Scandlines bei den finanziellen Analysen v√∂llig unber√ľcksichtigt, wobei laut Prognose der Vorhabentr√§ger 2030 ohnehin lediglich rund 10.000 Fahrzeuge den Tunnel befahren sollen (Prognose Elbtunnel 2030: 160.000).

‚ÄěDas Vorhaben ist schlecht geplant, verteuert sich weiterhin extrem und ist vor allem infrastrukturell v√∂llig bedeutungslos. Dagegen stehen die absehbaren √∂kologischen Sch√§den im europ√§isch besonders gesch√ľtzten Flora-Fauna-Habitat-Gebiet 1332 ‚ÄöFehmarnbelt‚Äė in √ľberhaupt keinem Verh√§ltnis ‚Äú, so NABU-Fehmarnbelt-Experte Malte Siegert.
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Eintrag vom: 27.02.2015  




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