oekoplus - Freiburg
Samstag, 22. Juni 2024
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
NABU und LBV: Illegale Verfolgung von Greifvögeln stoppen
Petition gestartet - Mehr Schutz f√ľr den "Vogel des Jahres 2015"

NABU und LBV appellieren an die Umwelt- und Innenminister der Länder und des Bundes, stärker gegen die illegale Verfolgung von Greifvögeln vorzugehen. Um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen und den Druck auf die Politik zu erhöhen, haben NABU und LBV am heutigen Donnerstag eine Petition gestartet, die bis Ende des Jahres unter www.nabu.de/greifvogelpetition unterzeichnet werden kann.

Neben dem vom NABU und LBV zum ‚ÄěVogel des Jahres 2015‚Äú gew√§hlten Habicht sind auch Rotmilane, Seeadler und sogar seltene Schreiadler von der illegalen Verfolgung betroffen.

Fast 700 F√§lle mit √ľber 1.100 toten Greifv√∂geln von 18 verschiedenen Arten wurden von Natursch√ľtzern allein in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren dokumentiert. Dies stellt allerdings nur die Spitze des Eisberges dar, denn der Gro√üteil der Taten bleibt unentdeckt.

‚ÄěDer Habicht wird illegal verfolgt, weil Vertreter mancher Interessensgruppen in ihm einen Nahrungskonkurrenten sehen, der ihnen ausgesetzte Jagdfasane oder Zucht- und Sporttauben wegf√§ngt. Obwohl der Habicht und alle anderen Greifv√∂gel seit Anfang der 1970er Jahre unter strengem Schutz stehen, ist es bisher noch nicht gelungen, die illegale Verfolgung von Greifv√∂geln zu beenden. Sie verhindert die weitere Bestandserholung einiger besonders betroffener Greifvogelarten, so die Verb√§nde.

‚ÄěGerne emp√∂ren wir uns √ľber den Zugvogelmord im Mittelmeerraum. Aber auch in Deutschland m√ľssen wir unsere Hausaufgaben machen und die illegale Verfolgung von Greifv√∂geln stoppen‚Äú, so Lars Lachmann, Vogelschutzexperte des NABU.

Um Greifv√∂gel vor Verfolgung zu sch√ľtzen, fordern NABU und LBV:


¬∑ Die effektive Aufkl√§rung und Ahndung von Straftaten im Zusammenhang mit der illegalen Verfolgung von Greifv√∂geln und zu diesem Zweck die Einrichtung geschulter Einheiten und Koordinationsstellen f√ľr Umweltkriminalit√§t bei der Polizei und den Naturschutzbeh√∂rden nach dem Beispiel von NRW.

· Ein Verbot des Verkaufs von Habichtfangkörben (auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes BNatschG §54 Abs. 6).

¬∑ Keine Erteilung von Ausnahmegenehmigungen f√ľr das Aushorsten junger Habichte.

¬∑ Keine Erteilung von Ausnahmegenehmigungen f√ľr den Abschuss oder Fang von Greifv√∂geln aufgrund behaupteter allgemeiner Sch√§den an Niederwild und Hausgefl√ľgel.

· Die Einrichtung von Horstschutzzonen, in denen Forstwirtschaft und Jagd vor allem während der Brutzeit ruhen.

Illegale Greifvogelverfolgung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Darum rufen NABU und sein bayerischer Partner LBV in einer Gemeinschaftsaktion mit dem Komitee gegen den Vogelmord dazu auf, Verdachtsf√§lle illegaler Greifvogelverfolgung zu melden. Ein zentrales Aktionstelefon ist unter 030-284 984-1555 geschaltet (werktags von 9 bis 18 Uhr und an Feiertagen sowie Wochenenden von 15 bis 18 Uhr). Zur√ľckliegende F√§lle k√∂nnen √ľber ein Online-Meldeformular erfasst werden.

Erst in den vergangen Wochen wurden wieder aktuelle Fälle illegaler Greifvogelverfolgung aufgedeckt, die die Aktualität und Brisanz des Themas belegen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wurde ein mit lebendigen Tauben beköderter Habichtkorb von der Polizei beschlagnahmt, in Niedersachsen der Horstbaum eines Seeadlers absichtlich gefällt, in Ahlen eine

nicht verblendete Kofferfalle mit einem schwerverletzten Mäusebussard gefunden und in Schleswig-Holstein ein toter Mäusebussard an einem vergifteten Köder entdeckt.

Illegale Greifvogelverfolgung ist auch ein zentrales Thema der bundesweiten Fachtagung ‚ÄěVogel des Jahres 2015: Der Habicht ‚Äď √Ėkologie verstehen, Greifvogelverfolgung stoppen‚Äú am Samstag (28. Februar) in Recklinghausen. Dort treffen sich rund 100 Vertreter von Verwaltungen und Beh√∂rden gemeinsam mit aktiven Vogelsch√ľtzern, um sich zu aktuellen Entwicklungen der illegalen Greifvogelverfolgung austauschen und √ľber Handlungsoptionen und L√∂sungsvorschl√§ge zu diskutieren, wie die illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland erfolgreich bek√§mpft werden kann.
Mehr
Eintrag vom: 27.02.2015  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2024 B. Jäger