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Altes Land: Obstbau nicht zu Lasten der Natur
NABU: Sondererlaubnis f√ľr Pestizidanwendung im Alten Land darf nicht unbefristet gelten

Dem NABU liegt derzeit der Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur neuen Verordnung f√ľr die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) im Alten Land zur Stellungnahme vor. Obstbauern d√ľrfen hier aufgrund einer Sonderregelung bislang deutlich n√§her als im bundesweiten Vergleich Pestizide an Gew√§ssern ausbringen. Diese geltende Sondergenehmigung soll am 1. M√§rz 2015 durch eine neue Verordnung abgel√∂st werden. Der NABU kritisiert, dass die neue Sondererlaubnis k√ľnftig unbefristet gelten soll. Dar√ľber hinaus fehlt ein verbindliches, √∂kologisches Gebietsmanagement.

‚ÄěInsgesamt stellt der Entwurf der Verordnung aus √∂kologischer Sicht im Vergleich zur Vorg√§ngerregelung durchaus eine Verbesserung dar‚Äú, stellt Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg fest. ‚ÄěAllerdings wird auch mit der neuen Verordnung eine Sch√§digung der Natur im Alten Land verbleiben.‚Äú In der neuen Verordnung sind beispielsweise konkrete Ma√ünahmen verpflichtend vorgeschrieben, die den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in die angrenzenden Gew√§sser mindern sollen. ‚ÄěLeider l√§sst sich auch unter Anwendung der am weitest gehenden Ma√ünahmen der Eintrag in die Gew√§sser und damit die sch√§dlichen Auswirkungen der Gifte auf Tiere und Pflanzen nicht vermeiden‚Äú, so Porschke. Deshalb sei ein verbindliches, √∂kologisches Gebietsmanagement mit entsprechenden Ausgleichsfl√§chen f√ľr das gesamte Alte Land unbedingt erforderlich. Damit k√∂nnten Sch√§digungen von Gew√§ssern und Organismen durch Pflanzenschutzmittel an anderer Stelle f√ľr gr√∂√üere Einheiten, z.B. Wasser- und Bodenverband, ausgeglichen werden.

‚ÄěHamburg und Niedersachsen haben bereits 2013 angek√ľndigt, ein derartiges Gebietsmanagement einzuf√ľhren. Darauf warten wir noch immer‚Äú, bem√§ngelt Dr. Holger Buschmann, Vorsitzender des NABU Niedersachsen. ‚ÄěWir f√ľrchten, dass die neue Verordnung jetzt erst einmal beschlossen wird, ein Gebietsmanagement durch eine Koordinationsstelle, die f√ľr alle Fragen der Risikoeinsch√§tzung und -minderung zust√§ndig ist, aber auf sich warten l√§sst. Leere Versprechungen und Ank√ľndigungen helfen der Natur aber nicht.‚Äú Deshalb fordert der NABU von den zust√§ndigen Beh√∂rden, die Verordnung nur in Kraft zu setzen, wenn zeitgleich ein f√ľr zehn Jahre mit den erforderlichen Finanzmitteln ausgestattetes Gebietsmanagement installiert wird.

‚ÄěV√∂llig inakzeptabel ist vor diesem Hintergrund auch, dass die neue Verordnung unbefristet verabschiedet werden soll. Damit fehlt jedes Druckmittel, dass die Verpflichtungen aus der Verordnung eingehalten und bei Bedarf nachgebessert werden k√∂nnen‚Äú, betont NABU-Bundesgesch√§ftsf√ľhrer Leif Miller. Daher fordert der NABU Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf, die neue Verordnung auf maximal zehn Jahre Dauer zu befristen oder eine eindeutige Revisionsklausel zu integrieren.

Hintergrund: Im Alten Land ist eine Sonderregelung f√ľr die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln notwendig, da hier zahlreiche Gr√§ben und Gew√§sser dicht an den Obstanbaufl√§chen liegen. Infolge der bundesweiten Anwendungsbestimmungen zum Pflanzenschutz w√§ren konventioneller oder integrierter Obstbau kaum m√∂glich. Insbesondere die Abst√§nde zu den benachbarten Gew√§ssern sind f√ľr den Spritzmitteleinsatz bundesweit deutlich gr√∂√üer vorgeschrieben als jetzt in der neuen Verordnung f√ľr das Alte Land zugelassen. F√ľr dieses Zugest√§ndnis sind die Obstbauern im Alten Land, aber auch die Bundesl√§nder, nun verpflichtet, konkrete Ma√ünahmen durchzuf√ľhren, um die Einwirkung der Pflanzenschutzmittel auf die Gew√§sser zu minimieren.
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Eintrag vom: 20.02.2015  




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