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NABU fordert drastische Reduzierung der StickstoffeintrÀge
Gutachten des SachverstĂ€ndigenrats belegt negative Folgen fĂŒr Klima und Umwelt

Der NABU hat die Bundesregierung aufgefordert, die alarmierend hohen Stickstoffemissionen aus Verkehr und Landwirtschaft durch ein verbindliches Aktionsprogramm drastisch zu reduzieren. „Das heute vom SachverstĂ€ndigenrat fĂŒr Umweltfragen vorgelegte Sondergutachten zum Thema Stickstoff belegt eindrĂŒcklich, dass die verheerenden Auswirkungen von StickstoffeintrĂ€gen auf Klima, BiodiversitĂ€t oder Grundwasser lange Zeit unterschĂ€tzt wurden“, sagte NABU-PrĂ€sident Olaf Tschimpke.

Die EintrĂ€ge von Stickstoffverbindungen wie Stickoxiden, Nitrat oder Ammoniak bewegen sich seit vielen Jahren trotz zahlreicher politischer Vorgaben auf sehr hohem Niveau. So liegen die Stickstoffbilanz-ÜberschĂŒsse immer noch bei fast 100 Kilogramm pro Hektar und fĂŒhren zu einer erheblichen ÜberdĂŒngung nahezu sĂ€mtlicher LebensrĂ€ume sowie zu einem Artenverlust. Das Ziel, den DĂŒngemitteleinsatz in der Landwirtschaft auf ein umweltvertrĂ€gliches Maß zurĂŒckzufĂŒhren, wurde bislang nicht erreicht. In vielen Regionen ist der StickstoffĂŒberschuss in den letzten Jahren infolge des Booms bei Massentierhaltung und Biogasanlagen sogar deutlich angestiegen. Ein Teil der ÜberschĂŒsse gelangt zudem in Luft und Wasser und belastet das Grundwasser, die Hauptquelle unseres Trinkwassers. Über die HĂ€lfte der Grundwasservorkommen in Deutschland weist daher zu hohe Nitratwerte auf. Schließlich tragen gasförmige Stickstoffemissionen auch zur Versauerung der Böden bei.

Der NABU fordert daher die Bundesregierung auf, die relevanten Vorgaben zum Schutz von Mensch und Natur deutlich nachzubessern. Dies betreffe insbesondere die laufende Novelle der DĂŒngeverordnung, bei der anspruchsvollere Ziele zur Stickstoffreduzierung vereinbart werden mĂŒssten. So mĂŒsste der maximal zulĂ€ssige NĂ€hrstoffĂŒberschuss auf 30 Kilogramm pro Hektar beschrĂ€nkt und die Ausbringungsmenge fĂŒr Stickstoff in sensiblen Gebieten bei 130 Kilogramm pro Hektar verankert werden. Zudem mĂŒssten bessere Kontrollen und schĂ€rfere Sanktionen zur Einhaltung der DĂŒngeverordnung erfolgen. Der NABU begrĂŒĂŸt ferner die Forderung des SachverstĂ€ndigenrats nach einer Abgabe auf StickstoffĂŒberschĂŒsse, deren Einnahmen zweckgebunden in die Förderung einer Emissionsreduzierung investiert werden sollte. Im Bereich der Luftreinhaltepolitik mĂŒsse darĂŒber hinaus unbedingt an den europĂ€ischen Minderungszielen fĂŒr Ammoniak und Stickoxide festgehalten werden. „Sowohl die EU-Kommission als auch die Bundesregierung sollten endlich ihren Verpflichtungen nachkommen und dafĂŒr sorgen, dass umweltschĂ€dliche StickstoffeintrĂ€ge drastisch reduziert werden“, so Tschimpke weiter.
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Eintrag vom: 16.01.2015  




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