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Sonntag, 26. September 2021
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Haussperling ist hÀufigster Wintervogel
Trotz Unwetter hohe Beteiligung an der „Stunde der Wintervögel“

Der NABU hat eine Zwischenbilanz der „Stunde der Wintervögel“ gezogen. Bis Dienstagmorgen haben etwa 52.000 Teilnehmer aus 36.000 GĂ€rten 1,4 Million Vögel gemeldet.

Zurzeit deutet alles darauf hin, dass die Spatzen den Meisen den Rang ablaufen: Der Haussperling liegt weit vor der Kohlmeise und ist somit der hĂ€ufigste Wintervogel in Deutschlands GĂ€rten. Bereits im letzten Jahr waren die Spatzen knapp an den Meisen vorbeigezogen, in diesem Jahr konnten sie ihren Vorsprung noch ausbauen. Auch bei der NABU-Aktion „Stunde der Gartenvögel“, die jedes Jahr im Mai durchgefĂŒhrt wird, landen die Spatzen seit vielen Jahren auf Platz eins.

Um den dritten Platz wetteifern Feldsperling und Blaumeise. Der Feldsperling könnte in diesem Jahr erstmals an der Blaumeise vorbeiziehen. Einen Vorteil fĂŒr die beiden Spatzenarten Haus- und Feldsperling hatten die NABU-Vogelkundler erwartet. „UnabhĂ€ngig von der Winterwitterung halten sich Sperlinge vorwiegend stationĂ€r in GĂ€rten auf, wĂ€hrend Kohl- und Blaumeise sehr mobil sind. Bei milden Wintern kommen weniger Meisen aus dem Norden und Osten nach Deutschland, zudem finden sie dann auch außerhalb der GĂ€rten noch ausreichend Nahrung“, erklĂ€rt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Trotz der gewaltigen Sturmwellen, die mit Regen am Wochenende quer ĂŒber das Land zogen, lagen die Teilnehmerzahlen sogar ĂŒber denen des Vorjahres. „Nach den Meldungen zu urteilen, haben es die VogelzĂ€hler geschafft, die grĂ¶ĂŸten Sturmböen zu umgehen“, so Lachmann.

Auf Platz fĂŒnf folgt die Amsel. GegenĂŒber den besonders niedrigen Zahlen aus dem Vorjahr hat sich der Amselbestand gut erholt. Gleiches gilt leider nicht fĂŒr den GrĂŒnfink auf Platz sechs: Seit Beginn der Aktion zeigt der Vogel einen kontinuierlichen AbwĂ€rtstrend. Heute ist der Bestand um rund 40 Prozent niedriger als noch vor wenigen Jahren. Als Hauptgrund dafĂŒr vermuten die VogelschĂŒtzer des NABU Infektionen mit dem einzelligen Parasiten Trichomonas gallinae, die in den vergangenen Sommern in vielen Regionen zum auffĂ€lligen GrĂŒnfinkensterben gefĂŒhrt haben.

„Neben den Hinweisen, die wir auf Bestandstrends bei den Gartenvögeln unserer Heimat bekommen, zeigt die rege Teilnahme an der Aktion auch, dass sich die Menschen intensiv mit der Vogelwelt, der Natur und dem Naturschutz beschĂ€ftigen“, so NABU-Vogelexperte Lachmann. Dies sei ein schöner Effekt in Zeiten schwindender Artenkenntnis. Denn: „Nur was ich kenne, kann ich auch schĂŒtzen“.
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Eintrag vom: 13.01.2015  




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