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NABU: Keine Fracking-Erlaubnis durch die Hintert√ľr
Bundesregierung gefährdet Schutz von Mensch, Natur und Trinkwasser durch zu viele Schlupflöcher

Der NABU hat die von der Bundesregierung vorgelegten Entw√ľrfe f√ľr ein Fracking Gesetz als eine ‚ÄěFracking-Erlaubnis durch die Hintert√ľr‚Äú kritisiert. Mit ihrem Gesetzentwurf schafft die Bundesregierung entgegen urspr√ľnglicher Ank√ľndigungen unz√§hlige Schlupfl√∂cher, die eine Ausbeutung unkonventioneller Erdgasvorkommen vielerorts m√∂glich machen. Damit bleibt der Entwurf weit hinter den Forderungen des NABU zur√ľck: ‚ÄěZum Schutz von Mensch, Natur und Trinkwasser, ist es unverantwortlich, dass die Bundesregierung Fracking-Vorhaben in Deutschland zul√§sst. Die Bundesregierung ist gegen√ľber der Industrie eingeknickt und weicht sogar die Mindestbohrtiefe von 3.000 Metern und das bereits angek√ľndigte Moratorium bis 2021 auf‚Äú, sagte NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke.

Nach den jetzt vorliegenden, zwischen Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium abgestimmten Entw√ľrfen soll die unkonventionelle Gasf√∂rderung aus tiefen Gesteinsschichten auch oberhalb von 3.000 Metern Tiefe mittels Fracking durch Probebohrungen zur Erforschung m√∂glich werden. Unternehmen k√∂nnen ihr Fracking-Vorhaben √ľber eine Expertenkommission beantragen, was dann von den Landesberg√§mtern und den √∂rtlichen Wasserbeh√∂rden entschieden wird. Bereits ab dem Jahr 2019 k√∂nnen Konzerne bei erfolgreichen Probebohrungen auf den kommerziellen Einsatz von Fracking hoffen.

Der NABU begr√ľ√üt zwar die Intention der Bundesregierung, den Rechtsrahmen anzupassen. ‚ÄěDie von Bundesumweltministerin Hendricks getroffenen Regelungen werden nicht ausreichen, die Gefahren und Risiken f√ľr Mensch, Natur und Trinkwasser hinreichend zu bannen. Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sind aus NABU-Sicht nicht zielf√ľhrend, weil die Erkenntnisse nicht von einem auf andere Bohrstandorte √ľbertragbar sind‚Äú, so NABU-Energieexperte Sebastian Scholz.

Der NABU lehnt den Einsatz der Fracking-Technologie zur Erkundung und Gewinnung von Erdgas in Deutschland aus energie-, klima-, umwelt- und gesundheitspolitischen Gr√ľnden ab und fordert durch Aussch√∂pfung aller juristischen M√∂glichkeiten ein faktisches nationales Fracking-Verbot.
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Eintrag vom: 23.11.2014  




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