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Montag, 1. Juni 2020
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NABU: Stopp des Artensterbens noch weit entfernt - Regierungen m√ľssen zulegen
Fortschritte beim Meeresschutz

Die UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt in S√ľdkorea ist in ihre entscheidende Phase eingetreten. W√§hrend die Verhandler der Teilnehmerstaaten weiterhin z√§h um die k√ľnftige Naturschutzfinanzierung ringen, haben die angereisten Spitzenpolitiker bereits ihre Grundsatzerkl√§rung, die ‚ÄěGangwon-Declaration" verabschiedet.

NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke begr√ľ√üte vor Ort in Pyeongchang, dass sich die Staaten damit nun offiziell eingestehen, dass sie ihre selbstgesteckten Naturschutzziele f√ľr 2020, das globale Artensterben zu stoppen, im gegenw√§rtigen Tempo nicht erreichen werden. ‚ÄěEs ist gut, dass sich die Regierungen daf√ľr entschieden haben Klartext zu reden und der Sch√∂nf√§rberei widerstanden haben."

Der NABU-Pr√§sident schlie√üt sich zudem dem in der Erkl√§rung enthaltenen eindringlichen Appell der Regierungsvertreter an, den Erhalt der biologischen Vielfalt als untrennbaren Bestandteil von Armutsbek√§mpfung, Klimaschutz und Friedenssicherung zu betrachten: ‚ÄěKeine der gro√üen Menschheitsprobleme k√∂nnen heute mehr gegen die Natur gel√∂st werden, sondern nur mit ihr: das ist die wichtige Botschaft aus Pyeongchang.‚Äú Die Gangwon-Erkl√§rung verlangt, dass dies bei den im kommenden Jahr von den Staatschefs verhandelten globalen Zielen zur nachhaltigen Entwicklung ber√ľcksichtigt wird.

Am sp√§ten Donnerstagabend Ortszeit einigten sich die Regierungsvertreter auch auf wichtige Beschl√ľsse zum Schutz der Meere. √úber 150 Gebiete wurden nach schwierigen Verhandlungen offiziell als besonders wichtig f√ľr √Ėkologie und Artenvielfalt eingestuft. Der NABU hofft nun, dass diese nun schnell von den beteiligten Staaten und, wenn es sich um die Hohe See handelt, von den Vereinten Nationen unter Schutz gestellt werden. Entt√§uschend sei jedoch, dass der Prozess ausgerechnet in Europa sehr langsam voran geht - so fehlt der Nordostatlantik in der Aufstellung.

Sp√§testens am Freitag m√ľssen sich die Regierungen auch bei den Finanzierungsfragen einigen, und dabei steht der Erfolg der ganzen Konferenz auf dem Spiel.

‚ÄěAktuell fordern die Entwicklungsl√§nder weiterhin eine deutliche Aufstockung der Hilfen aus den Industriestaaten, und drohen mit einer Aufk√ľndigung ihrer Naturschutzversprechen‚Äú, so NABU-Experte Konstantin Kreiser, der die Verhandlungen vor Ort beobachtet. Er f√ľrchtet jedoch, dass die L√§nder zu hoch pokern und damit den Erfolg der Konferenz gef√§hrden. Die Verhandler der EU und anderer Geberl√§nder scheinen keine weiteren Zugest√§ndnisse machen zu k√∂nnen - zu strikt sind die Anweisungen der Finanzminister zu Hause.
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Eintrag vom: 17.10.2014  




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