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NABU zählt wieder mehr Wisente im Kaukasus
Tennhardt: Wisent-Projekt ist erfolgreichstes Artenschutzprojekt im Kaukasus

Berlin/Maikop ‚Äď Die Zahl der Kaukasischen Bergwisente ist in den vergangenen zwei Dekaden von 150 auf 850 Tiere gestiegen. Die aktuelle Z√§hlung ergab zudem, dass seit der letzten Erfassung im August 2012 mindestens 10 bis 15 Prozent mehr Jungtiere hinzukamen. Dieser Anstieg spricht daf√ľr, dass sich die Population sehr gesund entwickelt.

Der NABU setzt sich seit den 1990er Jahren f√ľr den Schutz der Wisente in der Region ein. Damals gab es nur noch 150 Wisente im Kaukasus, die 1955 ausgewildert worden waren. Die gro√üen, imposanten, aber scheuen Tiere waren Anfang des 20. Jahrhunderts gnadenlos gejagt und 1927 ausgerottet worden. Die Auswilderung 1955 war zwar erfolgreich und die Wisente vermehrten sich auf 1.500 Tiere, doch erlebte die Population in den fr√ľhen 1990er Jahren erneut einen erheblichen Einbruch.

‚ÄěSeit wir im n√∂rdlichen Teil des UNESCO-Weltnaturerbegebiets Westkaukasus aktiv sind, ist die Zahl der freilebenden Wisente um 700 Exemplare gestiegen‚Äú, freut sich Thomas Tennhardt, NABU-Vizepr√§sident und Leiter des Fachbereichs Internationales im NABU, √ľber die Ergebnisse der aktuellen Z√§hlung. ‚ÄěDas Wisent-Projekt ist das erfolgreichste Artenschutzprojekt des NABU im Kaukasus‚Äú, so Tennhardt weiter.

Anti-Wilderei-Einheiten und Umweltbildung sorgen daf√ľr, dass sich die Lebensbedingungen der Tiere verbessern und in der Bev√∂lkerung ein Bewusstsein f√ľr den Schutz der Bergwisente entsteht. Ein Team von Inspekteuren der Naturparkverwaltung √ľberpr√ľft allj√§hrlich den Bestand der Wisente. Fast 100 Wildh√ľter begaben sich diesmal zu Fu√ü in schwer zug√§ngliche Gebiete. Zur Brunftzeit k√∂nnen sich die Wildh√ľter den Huftieren nahezu unbemerkt n√§hern. Dann verlassen die Wisente die dichten W√§lder und sammeln sich zur Paarung in gro√üen Gruppen auf Wiesenfl√§chen, wo sie gut zu beobachten sind.

Seit einigen Jahren ereignet sich die Brunftzeit fr√ľher als gewohnt: nicht im August, sondern bereits im Juli. ‚ÄěExperten vermuten den Klimawandel als Ursache, der sich sp√ľrbar auf den j√§hrlichen Zyklus der Tiere auswirkt‚Äú, erkl√§rt Vitalij Kovalev, Leiter des NABU-Kaukasusprogramms. Die Berge des Kaukasus erschweren nicht nur Wildh√ľtern die √úberwachung der Tiere. Auch Wisente leben dort unter wesentlich schwereren Bedingungen als deutsche W√§lder bieten. Im Winter halten Kaukasische Bergwisente Schneedecken von bis zu zw√∂lf Metern stand.

Auch in Deutschland kann dem Wanderer im Rothaargebirge √ľbrigens durchaus ein Wisent begegnen. 2013 entlie√ü eine Auswilderungsstation in Hessen eine Gruppe Flachlandwisente in die freie Wildbahn. In Westeuropa gilt das Artenschutzprojekt als Pionier. Auf deutschem Gebiet existieren noch weitere Wisent-Gehege: In Mecklenburg-Vorpommern und in Brandenburg verfolgen Natursch√ľtzer ebenso das Ziel, die gro√üen Tiere auszuwildern.
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Eintrag vom: 08.08.2014  




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