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NABU: Kein Fracking in Deutschland zulassen
Tschimpke: Gutachten werfen mehr Fragen auf als sie beantworten

Der NABU fordert angesichts des heute ver√∂ffentlichten Gutachtens des Umweltbundesamtes zu den Auswirkungen von Fracking auf die Umwelt, kein Fracking in Deutschland zuzulassen. ‚ÄěDie bisherigen Gutachten werfen mehr Fragen auf als sie beantworten. Auf absehbare Zeit wird es nicht m√∂glich sein, alle Risiken des Frackings vollst√§ndig zu bewerten. Daher fordern wir ein klares Verbot der Fracking-Technologie in Deutschland ‚Äď und zwar in unkonventionellen und konventionellen Lagerst√§tten‚Äú, sagte NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke.

Auch die k√ľrzlich erzielte Einigung zwischen Bundeswirtschaftminister Gabriel und Bundesumweltministerin Hendricks m√ľsse nachgebessert werden. In einem Eckpunktepapier hatten sich die Minister zuletzt unter anderem auf ein Fracking-Moratorium bis 2022 f√ľr Schiefer- und Kohlefl√∂zgasvorkommen aus unkonventionellen Lagerst√§tten bis 3.000 Meter verst√§ndigt, mit Ausnahmen von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.

‚ÄěAufgrund von Geologie, Bodenbeschaffenheit und Seismik k√∂nnen die Bedingungen vor Ort so unterschiedlich sein, dass eine Risikobewertung f√ľr einen Standort nicht eins zu eins auf andere √ľbertragen werden kann. Jeder einzelne Bohrstandort wird damit zu einem neuen Experimentierfeld mit offenem Ausgang, welche Gefahren f√ľr Mensch, Natur und Trinkwasser lauern‚Äú, sagte der NABU-Pr√§sident. Auch eine Handvoll ausgew√§hlter Demonstrationsvorhaben sowie strengste Sicherheits- und Monitoringauflagen k√∂nnten nicht alle Sicherheitsrisiken bedenkenlos ausr√§umen. ‚ÄěDas Eckpunktepapier von Minister Gabriel und Ministerin Hendricks ist damit schon jetzt √ľberholt‚Äú, so Tschimpke. Die im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD benannte wissenschaftliche Kl√§rung bliebe damit auf unabsehbare Zeit offen.

Der NABU fordert daher ein klares Verbot der Fracking-Technologie in Deutschland. ‚ÄěSchon die konventionelle F√∂rderung von Erdgas birgt erhebliche Gefahren. Folgesch√§den treten immer wieder zu Tage. Daher ist es absolut nicht nachvollziehbar, dass √ľber die Erschlie√üung unkonventioneller Lagerst√§tten √ľberhaupt nachgedacht wird‚Äú, kritisierte NABU-Energieexpertin Tina Mieritz. So wurden beispielsweise in Rotenburg an der W√ľmme die Grenzwerte umwelttoxologischer Substanzen um das 15.000fache √ľberschritten. Auch Benzolaustritte aus Lagerst√§ttenleitungen sind bekannt und die Verpressung derartiger Stoffe in Trinkwasserschutzgebieten. Ebenso steht ein Erdbeben im Landkreis Verden im Zusammenhang mit der Erdgasf√∂rderung aus konventionellen Lagerst√§tten. ‚ÄěDies sind nur einige Beispiele daf√ľr, dass der bisherige Rechtsrahmen l√ľckenhaft ist. Nicht einmal bei der Erschlie√üung konventioneller Lagerst√§tten kann er die Risiken f√ľr Mensch und Natur bannen‚Äú, so Mieritz. Der NABU fordert daher erhebliche Nachbesserungen, die √ľber eine Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes und der Umweltvertr√§glichkeitspr√ľfungs-Verordnung Bergbau hinausgehen.

Die UBA-Studie ist Teil eines gro√üen Umweltforschungsplanvorhabens. Der erste Teil wurde bereits im August 2012 vorgestellt. Darin wurden die Auswirkungen von Fracking auf den Wasserhaushalt untersucht und die Risiken f√ľr Grund- und Trinkwasser klar benannt. Die erste Studie riet davon ab, Fracking im gro√ütechnischen Ma√üstab in Deutschland einzusetzen. Im zweiten Teil wurden nun Fragestellungen zum Grundwasser, zur Einf√ľhrung eines Chemikalienkatasters und der Entsorgung von Produktionsr√ľckst√§nden untersucht.
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Eintrag vom: 01.08.2014  




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