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Montag, 26. Juli 2021
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Windkraft vermehrt nutzen und Energieimporte verringern...
.... St√§rkung f√ľr den l√§ndlichen Raum!

Regionalplanung blockiert lokale Wertschöpfung:

Seit 2 Jahren keine neuen Windenergieanlagen im S√ľdlichen Oberrhein m√∂glich!

?Energiekosten, bislang √ľberwiegend in fossile Energien- und damit fremde Volkswirtschaften- investiert, k√∂nnen f√ľr l√§ndliche R√§ume eine regionalwirtschaftliche relevante Einnahmequelle darstellen? so Dr. Dieter Karlin, Direktor des Regionalverbandes S√ľdlicher Oberrhein in seinem Bericht zur Regionalen Strategie f√ľr die Entwicklung des L√§ndlichen Raumes (Pusemor). Obwohl, wie eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt, unter Einbeziehung der volkswirtschaftlichen Kosten die Windenergienutzung die g√ľnstigste Stromerzeugungsart ist, wurde seit der Verabschiedung der Vorranggebiete f√ľr Windenergie im Regionalverband S√ľdlicher Oberrhein keine einzige Anlage mehr errichtet. Der Ausschluss windg√ľnstiger und die Ausweisung windschwacher Standorte hat System und verhindert wichtige Impulse zur lokalen Wertsch√∂pfung gerade in strukturell benachteiligten Gemeinden. Mit der aktuellen Verg√ľtung von 8,1Cent/kWh liegt die Stromerzeugung aus Windkraft sehr dicht am Gro√ühandelspreis der Europ√§ischen Stromb√∂rse. Addiert man hierzu noch die erforderlichen Netzkosten bis zur Durchleitung in unsere importabh√§ngige Region am Oberrhein ist bereits heute die Windenergie preisg√ľnstiger als konventioneller Strom. Gerade vor dem Hintergrund, dass die europ√§ische Monopolkommission in ihrem Sondergutachten 2007 zum Ergebnis kommt, dass der deutsche Wettbewerb im Bereich der Energieversorgung immer noch nicht funktioniere, bieten sich Kommunen mit exponierten H√∂henlagen in der Region S√ľdlicher Oberrhein gro√üe Chancen zur St√§rkung der Eigenst√§ndigkeit. Warum mach ich meinen Strom zuk√ľnftig nicht selbst, sagen sich angesichts st√§ndig steigender Strompreise viele H√§uslebauer und installieren sich eine Photovoltaikanlage aufs eigene Dach. Was dem H√§uslebauer sein Dach ist der Gemeinde Ihre kommunale Gipfellage. In exponierten Lagen kann so eine l√§ndliche Gemeinde mit den neuesten Windenergieanlagen (WEA)- Typen mit ca. 6.000kW Nennleistung rund 20Mio kWh pro Jahr ?gen√ľgend Strom f√ľr rund 23.000 B√ľrger und B√ľrgerinnen- selbst erzeugen. Die Gemeinde wird gegen√ľber den Energie-Monopolisten unabh√§ngiger, st√§rkt den Wettbewerb und k√∂nnte mit einer lokalen Marke die eigenen Klimaziele vor Ort f√ľr ihre B√ľrger und B√ľrgerinnen umsetzen. So wollten beispielsweise die Gemeinden Freiamt im Kreis Emmendingen, Loffenau und Schuttertal auf ihren Gemarkungen durch Windenergie einen verst√§rkten Beitrag zum Klimaschutz realisieren. Die Regionalplanung schob ihnen aber einen Riegel vor und untersagte der Gemeinde Freiamt eine Umsetzung eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses, zu den vorhandenen 4 Windturbinen zwei weitere mit einer B√ľrgerfinanzierung zu errichten. ?Der erste Schritt w√§re eine Lockerung f√ľr derartige kommunale Windkraft-Initiativen in den Regionalpl√§nen. Bis 2020 kann die Windenergie schon mit 150- 300 guten Standorten 10% des Baden-W√ľrttembergischen Strombedarfs abdecken? erg√§nzt Erhard Schulz stellv. Landesvorsitzender des Bundesverbandes WindEnergie.

Leider ist es aktuell auch nicht m√∂glich, bereits bestehende WEA au√üerhalb von Vorranggebieten zu optimieren. Seit 1996 drehen sich beispielsweise drei Windenergieanlagen mit 110kW und 2* mit 132 kW Nennleistung auf der Hornisgrinde. Peter Griebl, Betreiber des kleinen Windparks: ? Die Windertr√§ge sind hier oben in 1163 m √ľ. NN hervorragend selbst im Vergleich zu Standorten an der norddeutschen K√ľste. Gerne w√ľrden wir unsere alten Windm√ľhlen durch modernere und effektivere Anlagen ersetzen, doch dies untersagt u.a. die Regionalplanung?. Konkret hat der Regionalverband S√ľdlicher Oberrhein in der N√§he der Hornisgrinde an der n√∂rdlichen Grenze des Regionalverbandes im Bereich der Sattellage ?Unterstmatt? in rund 920m √ľ. NN eines seiner 13 Vorranggebiete ausgewiesen. ? Mit einer Standortzuweisung 40m unterhalb der Talstation des Skiliftes Unterstmatt wird absichtlich Klimaschutz verhindert, denn WEA sind hier wirtschaftlich nicht zu betreiben? so Dipl.-Ing. Andreas Heizmann, Vorsitzender des BWE im Regierungsbezirk Freiburg. Angesichts der aktuellen Bek√§mpfung der Tigerm√ľcke zur Vermeidung der Tropenkrankheit Dengue-Fieber m√ľsste der Regionalpolitik doch klar sein, dass auch wir vom Klimawandel betroffen sind. Heizmann abschlie√üend: ?Es ist f√ľr mich angesichts zunehmender Trockenperioden unverst√§ndlich, weiterhin auf k√ľhlwasserabh√§ngige, konventionelle Stromerzeugung zu vertrauen und parallel auf die k√ľhlwasserunabh√§ngige Windenergienutzung in effizienten Gipfellagen im Verbandsgebiet des s√ľdlichen Oberrheins zu verzichten?.
 
Eintrag vom: 08.04.2008  




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