oekoplus - Freiburg
Sonntag, 2. Oktober 2022
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Bundesregierung verfehlt mit EEG-Neufassung die gerechte Verteilung
...von Nutzen und Finanzierungskosten beim Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien

Die Nutzen und die Finanzierungskosten des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien m√ľssen endlich wieder gerecht verteilt werden. Solange die Bundesregierung die beiden seit 2009/2010 ins Gesetz f√ľr den Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) absichtlich eingebauten Hauptfehler nicht korrigiert, kann eine sinnvolle Neufassung des EEG wie mit dem f√ľr heute erwarteten Kabinettsbeschluss nicht stattfinden. Solange der Strom aus erneuerbaren Energien per EEG seit 2010 zwangsweise auf dem Kurzzeitmarkt (Spotmarkt) der Stromb√∂rse zu Tiefstpreisen, teils sogar unter Null, verschleudert werden muss, sind die Einnahmen f√ľrs EEG-Konto viel zu niedrig und die Umlage EEG-Umlage bleibt hoch oder steigt weiter, so Dr. Georg L√∂ser, ehrenamtlicher Vorsitzender des gemeinn√ľtzigen Freiburger Umwelt-Fachvereins ECOtrinova e.V.

Auch das Ausma√ü der Befreiungen energieintensiver Industrie von der EEG-Umlage sei weit √ľbertrieben, weil Strom aus erneuerbaren Energien, der bei Wind- und Solarkraft keine Brennstoffkosten aufweist, die B√∂rsenstrompreise seit 2010 stark gesenkt hat. Dagegen sind vollst√§ndige Beifreiungen von der EEG-Umlage f√ľr selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom (Eigenstrom) aus erneuerbaren Energien und hocheffizienter Kraftw√§rmekopplung mit Gasen anders als von der Bundesregierung beabsichtigt, auch f√ľr Neuanlagen voll gerechtfertigt. Denn solcher Strom geh√∂rt nicht zu den Verursachern von Umwelt- und sozialen Kosten und sollte gem√§√ü Verursacherprinzip des EU-Vertrags nicht belastet werden.
Die Nutzen der erneuerbaren Energien √ľberwiegen volkswirtschaftlich durch Umweltentlastung, Klimaschutz, weniger Energieimporte, mehr Arbeitspl√§tze und Wertsch√∂pfung im Inland sowie Beitr√§ge zum Atomenergieausstieg.

‚ÄěUnd wenn die Bundesregierung wirklich eine Senkung der Strompreise f√ľr die Haushalte und kleinverbrauchendes Gewerbe wolle, h√§tte sie l√§ngst die Mehrwertsteuer auf die Stromsteuer (rund 0,4 Cent pro Kilowattstunde) und die auf die EEG-Umlage (rund 1,2 Cent pro Kilowattstunde) streichen oder verringern k√∂nnen‚Äú, so L√∂ser.

ECOtrinova e.V., eine Arbeitsgemeinschaft Freiburger Umweltinstitute und ‚ÄďB√ľros, hat den k√ľrzlichen ‚ÄěFreiburger Appell zum EEG‚Äú mitverfasst und im M√§rz eine der 147 Stellungnahmen an das Bundeswirtschaftsministerium zur EEG-Neufassung eingereicht. Darin wird u.a. eine Absenkung der EEG-Umlage von 6,2 auf unter 4 Cent pro Kilowattstunde vorgeschlagen, dies ohne Deckel auf den Ausbau erneuerbarer Energien, aber mit Abschaffen der beiden genannten derzeitigen Hauptfehler des EEG.
Mehr
Eintrag vom: 13.04.2014  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2022 Benjamin Jäger