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Donnerstag, 6. Oktober 2022
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Artenschutz in Deutschland mangelhaft
BUND und NABU legen vergleichende Länderanalyse vor. Größere Anstrengungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt gefordert

In keinem von dreizehn untersuchten Bundesl√§ndern werden Tiere, Pflanzen und Lebensr√§ume so gesch√ľtzt, dass der Verlust der Artenvielfalt in Deutschland bis 2020 gestoppt und gef√§hrdete Lebensr√§ume wieder hergestellt werden k√∂nnen. In zehn von 13 Bundesl√§ndern wurde weniger als ein Drittel der Naturschutzziele erreicht. Nur in Baden-W√ľrttemberg, Brandenburg, Hessen und dem Saarland sehen die Natursch√ľtzer erste Fortschritte beim Schutz seltener Arten. Das ist das Ergebnis einer vergleichenden L√§nderanalyse zum Schutz der biologischen Vielfalt, die der Bund f√ľr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ver√∂ffentlicht hat.

Die L√§nder setzten beschlossene Schutzma√ünahmen nur unzureichend um und stellten f√ľr den Artenschutz zu wenig Geld bereit, kritisierten die beiden Verb√§nde. Vor allem versagten sie beim Schutz von naturbelassenen W√§ldern und bei der Einrichtung neuer, streng gesch√ľtzter Wildnisgebiete.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: ‚ÄěEs ist ein Armutszeugnis, was die L√§nder beim Schutz der Artenvielfalt vorweisen k√∂nnen. Es fehlen jegliche Ambitionen, um die selbst gesteckten Ziele beim Erhalt wertvoller Arten und Lebensr√§ume zu erreichen. Positive Ans√§tze in einzelnen Bundesl√§ndern k√∂nnen nicht √ľber den kl√§glichen Gesamtzustand des Naturschutzes in Deutschland hinwegt√§uschen.‚Äú

Die Fl√§chenversiegelung durch Industrie- und Verkehrsbauten sowie die industrielle Landwirtschaft schreite weiter voran. Umgepfl√ľgt w√ľrden sogar bedrohte artenreiche Wiesen und Weiden in Schutzgebieten. Durch den Einsatz von Pestiziden und die damit verbundene Vernichtung von Insekten bef√§nden sich Bienen und Amphibien weiter auf dem R√ľckzug.

Olaf Tschimpke, NABU-Pr√§sident: ‚ÄěWir rufen die L√§nder auf, eine gemeinsame Naturschutzinitiative mit dem Bund zu starten, die echte Fortschritte f√ľr die biologische Vielfalt erm√∂glicht. Der Schutz der Arten und Lebensr√§ume muss ein Kernanliegen der Landesregierungen werden. Erforderlich ist daf√ľr auch eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Und bei der Umsetzung der Agrarreform m√ľssen die L√§nder ihren Widerstand gegen mehr Naturschutz aufgeben.‚Äú

Der Artenverlust k√∂nne bis 2020 nur gestoppt werden, wenn Schutzma√ünahmen tats√§chlich konsequent vor Ort durchgef√ľhrt w√ľrden. Das bedeute auch, dass das europ√§ische Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 von den L√§ndern endlich ernst genommen werden m√ľsse. F√ľr alle daf√ľr infrage kommenden Gebiete m√ľssten entsprechende Managementpl√§ne erstellt und umgesetzt werden. Mit Naturschutzdaten und Zahlen √ľber die Finanzmittel m√ľsse au√üerdem deutlich transparenter umgegangen werden.

Die Umweltverb√§nde hatten die Bundesl√§nder ‚Äď ausgenommen die Stadtstaaten ‚Äď dahingehend √ľberpr√ľft, in welchem Umfang diese ihre politisch gesetzten Naturschutzziele bisher erreicht hatten. Zu den Zielen z√§hlen unter anderem, Wildnis auf zwei Prozent und W√§lder mit dauerhaft nat√ľrlicher Entwicklung auf f√ľnf Prozent der Fl√§che Deutschlands zuzulassen. Au√üerdem sollte die √∂kologische Landwirtschaft von zehn auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fl√§che ausgeweitet werden.
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Eintrag vom: 24.03.2014  




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