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Bienen in Gefahr
Bienen brauchen √∂kologische Vielfalt statt Agrarindustrie. Doch die Regierung will jetzt sogar Pestizide und Kunstd√ľnger auf Schutzfl√§chen zulassen. Noch k√∂nnen die Bundesl√§nder dies stoppen. Schon in zwei Wochen entscheiden sie.

In diesen Tagen sollte das Summen der Bienen den Fr√ľhling ank√ľndigen. Doch die industrielle Landwirtschaft bedroht das √úberleben vieler Bienenv√∂lker. Geschw√§cht von Monokulturen und Giften sind sie Parasiten schutzlos ausgeliefert. Dies will die EU mit ihrer neuen Agrarpolitik √§ndern. Sie will F√∂rdermittel daran koppeln, dass Landwirte einen Teil ihrer Felder im Sinne des Artenschutzes bewirtschaften.

Doch die Bundesregierung schie√üt quer. Geht es nach dem neuen Agrarminister Christian Schmidt d√ľrfen Landwirte auf diesen Fl√§chen k√ľnftig Pestizide verwenden und Monokulturen anbauen. Damit hebelt die Regierung die Pl√§ne der EU aus und macht sich zum Helfer von Monsanto, BASF und Co.

Noch k√∂nnen wir die Regierung stoppen: Schon in zwei Wochen beraten die Agrarminister/innen der L√§nder √ľber den Entwurf der Bundesregierung ‚Äď und k√∂nnen ihn ver√§ndern. Viele von ihnen sind noch unentschieden, ob sie die Pl√§ne der Regierung mittragen wollen. Hier liegt unsere Chance. Wenn sich 100.000 Menschen hinter unseren Appell stellen, m√∂chten wir ihn bei der Agrarministerkonferenz am 3. April 2014 √∂ffentlich √ľbergeben.

Die Pl√§ne der Bundesregierung bringen einen hart erk√§mpften Erfolg in Gefahr. Urspr√ľnglich hatte die EU-Kommission strengere Regeln f√ľr die so genannten √∂kologischen Schutzfl√§chen vorgeschlagen. Dagegen hat sich die damalige Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Fr√ľhjahr 2013 in Br√ľssel gestr√§ubt.

Die konzernfreundliche Haltung der Bundesregierung ist vielen Campact-Aktiven aufgesto√üen: Mehr als 200.000 haben damals unseren Appell zur Rettung der Bienen unterst√ľtzt. 25.000 Menschen gingen in Berlin unter dem Motto ‚ÄěWir haben Agrarindustrie satt!‚Äú auf die Stra√üe ‚Äď organisiert von einem breiten B√ľndnis von Initiativen und Verb√§nden.

Zwar wurden die Pl√§ne der Kommission f√ľr eine gr√ľnere Landwirtschaft deutlich abgeschw√§cht. Doch mit unserem gemeinsamen Protest haben wir erreicht, dass die Richtlinie mehr Lebensraum f√ľr Biene, Lerche, Hase und andere Tiere schaffen kann. Damit dies nun Wirklichkeit wird, m√ľssen wir erneut aktiv werden.

Laut der neuen EU-Agrarpolitik sollen Landwirte auf f√ľnf Prozent ihrer Fl√§che die √∂kologische Vielfalt f√∂rdern, wenn sie die vollen F√∂rdermittel erhalten wollen. Bei der Umsetzung in deutsches Recht will die Bundesregierung dieses Ziel nun aush√∂hlen. Sie m√∂chte Landwirten erlauben, auf Schutzfl√§chen Pestizide und Kunstd√ľnger einzusetzen. Mit Natur und Vielfalt hat eine solche Politik nichts zu tun. Dringend ben√∂tigter Lebensraum f√ľr Bienen entsteht so nicht.

Die gute Nachricht ist: Mit ihren Pl√§nen muss die Regierung durch den Bundesrat. Viele L√§nder sind noch unentschieden, ob sie eine Politik im Dienste von Monsanto und Co. mittragen wollen. Das ist unsere Chance! Wenn die Agrarminister/innen jetzt merken, wie ernst wir B√ľrger/innen den Schutz der Bienen nehmen, werden sie √Ąnderungen in der Verordnung durchsetzen.
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Eintrag vom: 21.03.2014  




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