oekoplus - Freiburg
Montag, 23. Mai 2022
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Freiburger Appell zur Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Es ist m√∂glich, den Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent voranzutreiben und gleichzeitig die EEG-Umlage noch in diesem Jahr um ein Drittel zu senken. F√ľr solch eine sinnvolle Reform des EEG und eine Reform des Stromhandels setzen wir uns ein. Wir appellieren an die Verantwortlichen in der Regierung, im Bundestag und im Bundesrat, das EEG im Sinne unserer Vorschl√§ge weiterzuentwickeln.

Die Novellierung des EEG f√ľhrt in der Form, wie sie die Gro√üe Koalition derzeit vorsieht, immer weiter in die Sackgasse (Koalitionsvertrag, Eckpunktepapier Gabriel, Gesetzentwurf EEG 2014). Viele zukunftsf√§hige Arbeitspl√§tze sind durch die Regierungspl√§ne bedroht; zehntausende wurden durch die drastische Verschlechterung der Rahmenbedingungen f√ľr die Photovoltaik-Stromerzeugung bereits vernichtet. Zudem k√∂nnen die Ausbauziele der Energiewende nicht erreicht werden und der Klimaschutz als wichtigstes politisches Ziel ger√§t vollkommen ins Abseits!

Um die EEG-Umlage zu senken und um die F√∂rderkosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und ihren Nutzen gerechter zu verteilen, schlagen wir folgende √Ąnderungen des EEG vor: Die derzeitige gesetzliche Zwangsvermarktung von EEG-Strom zu Niedrigstpreisen am Spotmarkt der Stromb√∂rse wird abgeschafft. Stattdessen wird der EEG-Strom zeitgleich den Stromh√§ndlern zugewiesen. Die Bewertung des Stroms erfolgt zum h√∂heren Terminmarkt-Preis (neues Strommarktdesign). Damit steigen die Erl√∂se f√ľr EEG-Strom stark an und die EEG-Umlage wird deutlich gesenkt. Zugleich kann so auch die von der EU angegriffene √ľberm√§√üige Befreiung der stromintensiven Industrie und anderer Strombezieher von der EEG-Umlage entfallen. Mit diesen zwei Ma√ünahmen kann die EEG-Umlage noch in diesem Jahr um rund ein Drittel sinken, also um √ľber 2 Cent pro Kilowattstunde.

Die Pl√§ne der Bundesregierung zum EEG sehen dagegen mehrere Punkte vor, die aus unserer Sicht eine erfolgreiche Fortf√ľhrung der Energiewende verhindern und die im Falle der Umsetzung unserer obigen Vorschl√§ge √ľberfl√ľssig sind.

Im Einzelnen lehnen wir ab:

Zubau-Korridore und Deckelungen der Photovoltaik- und Windstromeinspeisung,
eine EEG-Umlage auf den Eigenstromverbrauch aus erneuerbaren Energien und hocheffizienten Kraftwärmekopplungsanlagen (KWK),
die Abschaffung des kosteng√ľnstigen Gr√ľnstromh√§ndlerprivilegs
und Ausschreibungsmodelle, die eine Einschränkung der Teilnahme
von kleinen und mittleren Akteuren bewirken.

Diese Pl√§ne der Bundesregierung machen Investitionen in Strom aus erneuerbaren Energien und in KWK au√üer bei Kleinstanlagen weitgehend unwirtschaftlich. Auch be- und verhindern sie b√ľrgerschaftliches Engagement bei der Energiewende. Ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage w√ľrde mit den Ma√ünahmen der Bundesregierung dagegen kaum vermieden, geschweige denn umgekehrt.
Mehr
Eintrag vom: 21.02.2014  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2022 Benjamin Jäger