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Dienstag, 28. November 2023
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Giftm├╝llkippe Teningen: Die Sanierungskosten tragen wir alle
Endlich wird eine der problematischsten Altlasten in S├╝dbaden saniert: die ehemalige Teninger M├╝llkippe an der Autobahn.

Die im Volksmund ?Schuttloch? genannte M├╝llkippe zeigt exemplarisch, wie leichtfertig und verantwortungslos in der Vergangenheit mit gef├Ąhrlichen Giften umgegangen wurde.

Ab dem Jahr 1954 wurde ein kleiner Baggersee, also offen liegendes Grund- und damit Trinkwasser, mit Haus- und Industriem├╝ll verf├╝llt. Besonders problematisch waren die PCB-haltigen Kondensatoren der K├Ândringer Firma FRAKO, aber auch die Abf├Ąlle des Teninger Tscheulinwerks.

BUND-Gesch├Ąftsf├╝hrer Axel Mayer kennt die Altlast aus eigener Anschauung noch aus seiner Kindheit in Teningen. Sp├Ąter, als Sprecher der ehemaligen B├╝rgerinitiative Riegel, hatte er schon 1984 die Sanierung der Altlast gefordert. Damals hatten sowohl die Gemeinde Teningen als auch die BI Riegel das Thema intensiv aufgegriffen.

Jetzt wird, 23 Jahre sp├Ąter, endlich mit der Sanierung begonnen. Es ist auch nach Ansicht des BUND erfreulich, dass B├╝rgermeister Hermann J├Ąger das wichtige Thema immer wieder eingebracht hat und jetzt ├╝ber das Land auch endlich einen Zuschussgeber gefunden hat.

Dennoch w├Ąre die Entfernung der Altlasten aus dem Baggersee der bessere Ansatz gewesen, die ?Ummantelung? im Grundwasserk├Ârper ist h├Âchstens die zweitbeste, allerdings wesentlich kosteng├╝nstigere L├Âsung. Ziel muss es nach Ansicht des BUND sein, das Grundwasser am Oberrhein dauerhaft zu sch├╝tzen.

├ärgerlich ist aber auch, dass wie so h├Ąufig die Allgemeinheit f├╝r die Kosten aufkommt. 5,2 Mio. Euro soll die jetzt geplante Sanierung kosten, f├╝r die das Land (zu 86,25%) und die Gemeinde - also immer wir SteuerzahlerInnen - zahlen m├╝ssen.

Die industriellen Hauptverursacher schleichen sich aus der Verantwortung oder existieren nicht mehr.

Beim Uranabbau in Menzenschwand haben die Firmen gut verdient und die Sanierungskosten auf die Allgemeinheit abgew├Ąlzt. Die Kali und Salz AG versucht, sich aus der Verantwortung f├╝r die Sanierung des Bugginger ?Salz-Kalimandscharos? zu stehlen.

Je ?gr├Â├čer und einflussreicher? der Verursacher einer Umweltbelastung ist, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass er f├╝r die Folgen bezahlt. Diese Ungerechtigkeit ist nicht akzeptabel.

Mit Spannung schaut deshalb der BUND auf den in K├╝rze beginnenden Prozess wegen des Brands bei Stocamine im Elsass. Dort wird sich zeigen, ob die Verantwortlichen f├╝r den Brand des ?nichtbrennbaren Giftm├╝lls? sich ebenfalls aus der Verantwortung stehlen k├Ânnen.

Einen Baggersee mit Haus- und Industriem├╝ll aufzuf├╝llen, ist heute bei uns nicht mehr denkbar. Hier hat der Druck der Umweltbewegung und eine ├änderung der Gesetze zu erkennbaren Fortschritten gef├╝hrt. Doch der Brand und die Schlie├čung des ?modernsten Endlagers f├╝r Giftm├╝ll? Stocamine im Elsass und die ├ťberlegungen der Schweiz, Atomm├╝ll in Benken in viel zu d├╝nnen Schichten Opalinuston zu lagern, zeigt, dass auch heute Wachsamkeit erforderlich ist, um nachfolgenden Generationen Probleme und Folgekosten zu ersparen.

Die wichtige und ├╝berf├Ąllige Sanierung der Teninger Altlast werden wir weiter kritisch begleiten.

Axel Mayer / BUND-Gesch├Ąftsf├╝hrer
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Eintrag vom: 14.11.2007  




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