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NABU zieht positive Bilanz nach vier Jahren Wildkaffeeprojekt in √Ąthiopien
Erfolgsmodell f√ľr weltweiten Klima- und Regenwaldschutz

Der NABU hat vier Jahre nach Start seines Projektes zum Schutz der artenreichen Wildkaffeew√§lder in √Ąthiopien eine positive Bilanz gezogen. Im Kafa-Biosph√§renreservat, der Ursprungsregion f√ľr Arabica-Kaffee im S√ľden √Ąthiopiens, engagiert sich der NABU seit 2006 f√ľr die verbliebenen Bergnebelw√§lder. Die Abholzung tropischer W√§lder ist eine Hauptquelle klimasch√§dlicher Treibhausgase. In √Ąthiopien sind von ehemals 40 Prozent nur noch 2,7 Prozent der nat√ľrlichen W√§lder erhalten. Im Kafa-Biosph√§renreservat hat der NABU daher neben umfangreichen Aufforstungsma√ünahmen, Gemeindeplantagen mit schnell wachsenden Baumarten auch holzsparende √Ėfen f√ľr die ans√§ssige Bev√∂lkerung bereitgestellt, um so die Entwaldung zu verringern. Gef√∂rdert wird das Projekt vom Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) mit einem Gesamtvolumen von rund 3.190.000 Euro.

Die Internationale Klimaschutzinitiative wurde in 2008 ins Leben gerufen. Mit diesem Instrument will das BMU die Zusammenarbeit der Bundesregierung zum Schutz des Klimas, zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und zum Erhalt der biologischen Vielfalt mit Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsl√§ndern st√§rken. Im Fokus des F√∂rderbereichs ‚ÄěBiologische Vielfalt‚Äú steht die Umsetzung der Ziele des Strategischen Plans 2011-2020 (Aichi-Ziele) des Internationalen √úbereinkommens √ľber die biologische Vielfalt (CBD) in den Partnerl√§ndern.

‚ÄěDieses deutsch-√§thiopische Modellprojekt zum Klima- und Bergnebelwaldschutz k√∂nnte auch in anderen Regionen der Welt Schule machen. Wo der Wald durch Abholzung und Umwandlung in Ackerfl√§che dramatisch schrumpft, k√∂nnen Wiederaufforstungs- und Artenschutzprogramme, gekoppelt mit Regionalentwicklungsma√ünahmen helfen. Davon profitieren vor allem die Menschen in der Region‚Äú, sagte NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke. So wurden in √Ąthiopien knapp f√ľnf Millionen Baumsetzlinge herangezogen und auf einer 2.857 Hektar gro√üen Fl√§che gepflanzt. Dazu geh√∂ren 400 Avocado- und 15.000 Bananen-Pflanzen, deren Ertr√§ge bereits heute etwa 19.000 Haushalten zu Gute kommen.

Auch die Einf√ľhrung holzsparender √Ėfen war erfolgreich: 11.200 √Ėfen wurden von 50 zuvor arbeitslosen jungen Frauen und M√§nnern aus den lokalen Gemeinden hergestellt und an Haushalte im ganzen Biosph√§renreservat verteilt. ‚ÄěDie Ger√§te haben das Leben der Familien verbessert, besonders die Lebensumst√§nde der Frauen. Eine junge Frau hat mir sehr bewegend geschildert, wie sie fr√ľher mehrere Stunden t√§glich nach Feuerholz suchen musste, was nicht nur k√∂rperlich anstrengend war, sondern auch Schwierigkeiten bei der Betreuung ihres Babys mit sich brachte. Durch die neuen √Ėfen braucht sie heute sehr viel weniger Feuerholz und ihre Arbeitslast wurde dadurch stark reduziert. Giftigen Rauch in der H√ľtte wie vorher durch das offene Feuer gibt es heute auch nicht mehr‚Äú, sagte Svane Bender-Kaphengst, Leiterin des NABU-Afrikaprogramms.

Um bedrohte Regenw√§lder gezielt zu bewahren, haben der NABU und die NABU International Naturschutzstiftung im Rahmen des Projekts auch einen Regenwaldfonds eingerichtet. Die zuk√ľnftig gesammelten Spenden werden im Kafa-Biosph√§renreservat eingesetzt, um die Zerst√∂rung von Regenw√§ldern aufzuhalten, Artenparadiese zu sichern und neue Perspektiven f√ľr die lokale Bev√∂lkerung zu schaffen. Zuk√ľnftig soll der Fonds auch anderen Regenw√§ldern in der Welt zu Gute kommen. Regenw√§lder z√§hlen zu den reichsten und daher wichtigsten Lebensr√§umen der Erde. Sie beherbergen unerforschte Ressourcen und Abertausende faszinierende Tier- und Pflanzenarten. F√ľr unser Weltklima sind sie von entscheidender Bedeutung. Doch jedes Jahr verschwindet eine Regenwaldfl√§che gr√∂√üer als die Schweiz. Diese Entwicklung m√ľssen wir umgehend stoppen, wenn wir unsere Regenw√§lder erhalten wollen.
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Eintrag vom: 25.11.2013  




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