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Sonntag, 26. März 2023
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NABU schickt seltene Schreiadler mit Sendern auf die Reise nach Afrika
Informationen √ľber Zugverhalten hilft die V√∂gel besser zu sch√ľtzen

Zw√∂lf der vom Aussterben bedrohten Schreiadler fliegen zurzeit im Auftrag des NABU mit kleinen Rucksacksendern in ihre √úberwinterungsgebiete im s√ľdlichen Afrika. Auf dem R√ľcken der V√∂gel wurden circa 30 Gramm leichte Rucksacksender angebracht, die regelm√§√üig die genaue Position, H√∂he und Fluggeschwindigkeit der Adler mitteilen. Ziel ist es, das Zugverhalten der V√∂gel zu erforschen. Auf einer interaktiven Karte unter www.NABU.de/adlerzug k√∂nnen die kleinsten Adler Deutschlands auf ihrer Reise begleitet werden.

‚ÄěDurch die modernen Sender erhalten wir v√∂llig neue Erkenntnisse, die wir f√ľr den Schutz des seltenen Adlers einsetzen. So erfahren wir erstmals, ob und wie die Tiere auf ihrem Zug Nahrung aufnehmen, wo sie rasten und in welchen Regionen sie besonderen Gefahren ausgesetzt sind. Denn nicht wenige Schreiadler fallen auf ihrem Zug Absch√ľssen zum Opfer‚Äú, berichtet Schreiadlerexperte Bernd-Ulrich Meyburg, der die V√∂gel f√ľr den NABU und die Weltarbeitsgruppe Greifv√∂gel und Eulen e.V. mit den Sendern ausger√ľstet hat.

Meyburg setzt zwei verschiedene Typen von Sendern ein, die √ľber ein eingebautes GPS-Modul die Position ermitteln. Zum einen werden die Daten √ľber Satelliten an Bodenstationen gefunkt. Zum anderen nutzen die modernsten Sender das Mobilfunknetz, um ihre Positionsdaten zu √ľbermitteln.

Nur noch knapp 100 Paare des seltenen Schreiadlers br√ľten noch in Deutschland. Und jedes Jahr werden es weniger. Seit Jahren k√§mpft der NABU f√ľr den Erhalt der letzten Lebensr√§ume des scheuen Greifvogels, kauft Fl√§chen in den Brutrevieren und k√ľmmert sich um den Schutz seiner Nahrungsgebiete. Auch in diesem Jahr konnte der NABU so wertvollen Lebensraum f√ľr den Schreiadler dauerhaft sichern, zum Beispiel in der Lapitz-Geveziner Waldlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

Erfolge erzielt der NABU auch mit der Auswilderung von Schreiadlern in Brandenburg. Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgruppe Greifvogelschutz des NABU und der Weltarbeitsgruppe f√ľr Greifv√∂gel und Eulen e.V. werden in Brandenburg junge Schreiadler aufgezogen und ausgewildert. Damit soll der Bestandsr√ľckgang der seltensten Adlerart Deutschlands gestoppt werden. ‚ÄěVier Jungadler haben die Auswilderungsstation bereits erfolgreich verlassen. Damit hat der NABU den Bruterfolg der brandenburgischen Schreiadler um 40 Prozent erh√∂ht‚Äú, so Meyburg.

Schreiadler legen in der Regel zwei Eier, aus denen zwei Junge schl√ľpfen. Nur das St√§rkere von ihnen √ľberlebt. Das j√ľngere K√ľken stirbt bereits nach wenigen Tagen, es wird vom erstgeborenen Jungen bek√§mpft und verhungert. Dieses Verhalten ist als Kainismus bekannt. In einigen Nestern wird daher der zweitgeborene Jungvogel (der ‚ÄěAbel‚Äú) behutsam aus dem Nest genommen und in der Auswilderungsstation in Brandenburg gro√ü gezogen. Mit diesem Projekt wollen die Vogelsch√ľtzer des NABU dazu beitragen, den Schreiadler in Deutschland vor dem Aussterben zu bewahren. Die Projekte werden aus Spendengeldern und Adlerpatenschaften finanziert.
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Eintrag vom: 15.10.2013  




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