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Vor 35 Jahren: Untere Havel wird zum Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung
NABU fordert bessere Umsetzung der Ramsar-Konvention

Der NABU hat anl√§sslich der Ausweisung der Unteren Havelniederung als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung vor 35 Jahren eine bessere Umsetzung der Ramsar-Konvention gefordert. Das rund 5.800 Hektar gro√üe Deichvorland beiderseits der Havel zwischen Hohennauen und Havelberg in den L√§ndern Sachsen-Anhalt und Brandenburg besitzt seit 1978, insbesondere aufgrund seiner Bedeutung als Brut-, Rast- und √úberwinterungsgebiet f√ľr Wat- und Wasserv√∂gel, sowie als CO2-Speicher gro√üfl√§chigen Schutzstatus. ‚ÄěVon den mehr als 200 nationalen Feuchtgebieten, die den Ramsar-Kriterien entsprechen, wurden in den vergangenen Jahrzehnten allerdings nur 34 ausgewiesen. Dabei sind 95 Prozent der Moore in Deutschland bereits entw√§ssert oder zerst√∂rt‚Äú, sagte NABU-Pr√§sident Olaf Tschimpke. ‚ÄěDie Bundesrepublik sollte ihre Vorbildfunktion gegen√ľber anderen Ramsar-Mitgliedsstaaten wahrnehmen und mehr nationale Gebiete wie die Untere Havelniederung ausweisen‚Äú, forderte Tschimpke.

Neben der Havel, dem Schollener See und dem G√ľlper See pr√§gen zahlreiche Auen- und Kleingew√§sser, Nebenfl√ľsse und Altarme der Havel sowie ausgedehnte Feuchtwiesen unterbrochen von Sandr√ľcken, Geb√ľschen und Ufergeh√∂lzen diese Landschaft. Die nat√ľrlichen Hochw√§sser der Havel und ihrer Nebenfl√ľsse sowie der R√ľckstau der nahen Elbe f√ľhren j√§hrlich, insbesondere im Winter und Fr√ľhjahr, zu gro√üfl√§chigen √úberflutungen. Das √ľber weite Fl√§chen gering besiedelte Gebiet und das verzweigte Gew√§ssersystem bilden die Grundlage f√ľr die reiche Artenvielfalt. Der Schutz vieler hier vorkommender Tier- und Pflanzenarten hat √ľberregionale Bedeutung, unter anderem das Vorkommen bedrohter Pflanzen wie Brenndolde und Lungenenzian, Vogelarten wie Fischadler und Schwarzstorch und der FFH-Richtlinie unterliegenden Arten wie Biber, Fischotter, Rotbauchunke und Moorfrosch.

‚ÄěDie Untere Havelniederung ist das gr√∂√üte zusammenh√§ngende Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Mit ihrer Renaturierung sch√ľtzen wir nicht nur mehr als 1.100 bedrohte und gesch√ľtzte Arten, sondern sichern auch die Fl√§chen, die sowohl vor Hochwasser sch√ľtzen, als auch gro√üe Mengen an Kohlenstoff binden ‚ÄěEs besteht dringender Handlungsbedarf, den Schutz und die Renaturierung unserer Feuchtgebiete im Sinne des Klima-, Hochwasser- und Naturschutzes voranzutreiben‚Äú, sagte NABU-Havelprojektleiter Rocco Buchta.
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Eintrag vom: 04.08.2013  




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