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NABU: Klimawandel verändert heimische Tier- und Pflanzenwelt
Tschimpke: Mit naturnahen Wäldern und Mooren gegensteuern

Berlin ‚Äď Infolge des Klimawandels wird Deutschland als Standort w√§rmeliebender Arten immer attraktiver. Der ehemals ausschlie√ülich in S√ľdosteuropa beheimatete Bienenfresser zum Beispiel f√ľhlt sich mittlerweile in Deutschland √§u√üerst wohl. 2010 wurden allein in Sachsen-Anhalt bereits mehr als 500 Brutpaare dieser Vogelart gez√§hlt. Er ist dabei kein Einzelfall. So verbreiten sich Wiedehopf, Gottesanbeterin, die aus S√ľdeuropa stammende Giftspinne Ammen-Dornfinger, aber auch Pflanzenarten wie Stechpalme, Edelkastanie oder die allergieausl√∂sende Ambrosia stetig weiter in Richtung Nordeuropa.

‚ÄěDer vermeintliche Mehrwert f√ľr die Artenvielfalt ist jedoch ein Irrglaube. Allein der durch den Klimawandel verursachte zus√§tzliche Verlust von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in Deutschland wird von Experten auf 30 Prozent gesch√§tzt. Die √ľber Jahrhunderte und Jahrtausende auf einander eingespielten Beziehungen zwischen Lebensr√§umen, Tier- und Pflanzenarten drohen zu kippen‚Äú, sagte NABU Pr√§sident Olaf Tschimpke. So zeige sich am Beispiel der Stieleiche, dass im Falle zunehmender Trockenheit nicht nur die Baumart selbst verschwinden w√ľrde, sondern auch von ihr abh√§ngige Insektenarten wie unter anderem der Eremit, ein √§u√üerst seltener K√§fer urspr√ľnglicher, mitteleurop√§ischer Waldgesellschaften. Auch Lebensraum-Spezialisten wie das in den Alpen lebende und karge Landschaften bevorzugende Schneehuhn haben es besonders schwer, da sie wenig flexibel auf Ver√§nderungen ihrer Umwelt reagieren k√∂nnen. Wenn sich durch w√§rmere Durchschnittstemperaturen B√§ume auch √ľber die derzeitige Wachstumsgrenze von 1800 Metern √ľber Seeh√∂he ansiedeln, wird es f√ľr den seltenen Vertreter der Rauhfu√üh√ľhner immer schwieriger, ein geeignetes Habitat zu finden.

‚ÄěWichtig ist es, rechtzeitig mit umweltpolitischen Ma√ünahmen zu reagieren. Die Senkung von Klimagasemissionen, der Schutz und die F√∂rderung naturnaher W√§lder und Moore, die Vernetzung isolierter Biotope sowie die Renaturierung von Fl√ľssen sind unbedingt notwendig, um die Anpassung der heimischen Flora und Fauna an sich ver√§ndernde Umweltbedingungen zu unterst√ľtzen‚Äú, so der NABU-Pr√§sident.

Weitere umfassende Infos bietet die NABU-Brosch√ľre ‚ÄěArten im Klimawandel ‚Äď Species and Climate Change‚Äú. Sie widmet sich 30 Tier- und Pflanzenarten, deren Entwicklungen beispielhaft f√ľr die Auswirkungen des Klimawandels sind. Der NABU veranschaulicht darin Gewinner und Verlierer von Ver√§nderungen klimatischer Verh√§ltnisse in Deutschland.

Die Brosch√ľre kann im Internet unter www.shop.nabu.de/shop bzw. beim NABU Natur Shop, info@nabu-natur-shop.de, Telefon 0511-89 81 38-0 f√ľr 2,50 Euro bestellt werden.
 
Eintrag vom: 26.07.2013  




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