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Freitag, 25. Juni 2021
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Erfolgreiche Biotopentwicklung am Neuershauser Mooswald
Besichtigung ökologischer Maßnahmen im Jagdrevier Neuershausen

Rund um den Neuershauser Mooswald wurden in den vergangenen drei Jahren mit PLENUM-F√∂rderung etliche Ma√ünahmen zur Verbesserung und zur Neuanlage von Biotopen f√ľr die vielf√§ltige Tier- und Pflanzenwelt geplant und durchgef√ľhrt. Aus diesem Grunde f√ľhrte PLENUM-Regionalmanager Matthias Hollerbach zusammen mit dem Jagdp√§chter Matern von Marschall f√ľr interessierte J√§ger der Hegeringe March-Tuniberg und Kaiserstuhl sowie f√ľr Ortschafts- und Gemeinder√§te von March eine Ortsbesichtigung durch. Waldr√§nder wurden aufgelichtet und vielf√§ltig gestaltet, ein begr√ľnter Verbindungskorridor zum Nimberg geschaffen und neue Kleingew√§sser angelegt, die sogar schon von seltenen Schnepfenv√∂geln aufgesucht werden.

Die Landschaft rund um den Neuershauser Mooswald gilt noch als relativ ruhig und beschaulich und bietet vielen Tieren und Pflanzen einen geeigneten Lebensraum. Und doch kommt es auch hier zu vielf√§ltigen Konflikten zwischen Wildtieren, Landwirten und Erholungssuchenden. Als Jagdp√§chter wird Matern von Marschall st√§ndig damit konfrontiert, und so machte er sich Gedanken, wie er die Lebensr√§ume im Gebiet f√ľr die heimische Artenvielfalt verbessern und zugleich die Aufgaben der Jagd besser erledigen kann. Dabei fand er Unterst√ľtzung bei der PLENUM-Gesch√§ftsstelle. PLENUM-Manager Matthias Hollerbach wirkte an der Konkretisierung des Vorhabens mit, veranlasste eine F√∂rderung und begleitete die Planung und Umsetzung.

‚ÄěDas Projekt ist ein erfolgreiches Beispiel, wie Nutzungsinteressen von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd mit Naturschutzinteressen zur Deckung gebracht werden k√∂nnen‚Äú, erl√§uterte Hollerbach. An einem Beispiel wurde dies genauer erkl√§rt: Neben einem unscheinbaren Grasweg wurde ein f√ľnf Meter breiter Streifen aus dem lang gestreckten Marchacker herausgenommen und mit heimischem Saatgut einges√§t. So entstand quer durchs Feld ein gr√ľner Korridor, der den Mooswald mit dem Nimberghang verbindet. ‚ÄěEs ist enorm,‚Äú betonte der Jagdp√§chter, ‚Äěwie viele Tiere diese neu geschaffene Vernetzungsstruktur nutzen.‚Äú Der Landwirt konnte letztlich davon √ľberzeugt werden, dass der Nachteil in der Bewirtschaftung auch einen Vorteil in sich birgt. Denn der Gr√ľnstreifen zieht aufgrund seiner vielen Engerlinge und anderer Insektenlarven insbesondere Wildschweine magisch an, die ansonsten im Acker ihr Unwesen treiben und die Saat fressen w√ľrden. Eine pfiffige Ablenkungsma√ünahme!.

Von Marschall dankte Frank Lensch, dem Biotopobmann der J√§gervereinigung Freiburg. Mit seiner Fachkompetenz und dem Blick f√ľr das Machbare habe er eine gute planerische Grundlage geschaffen. Bis die geplanten Ma√ünahmen letztlich zur Umsetzung kommen konnten, seien Abstimmungsprozesse mit der Gemeinde als Waldbesitzer, dem Kreisforstamt als Waldbewirtschafter, der Naturschutzbeh√∂rde als H√ľterin √ľber das Naturschutzgebiet, PLENUM als Beratungsstelle und F√∂rderprogramm sowie mit Eigent√ľmern und Bewirtschaftern landwirtschaftlicher Fl√§chen n√∂tig gewesen, hob von Marschall hervor.

Mit der Begehung gaben von Marschall und Hollerbach den anwesenden J√§gern viele Anregungen auf den Weg, in ihrem jeweiligen Revier ebenfalls Pflege- und Entwicklungsma√ünahmen f√ľr die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu ergreifen. PLENUM bzw. in Zukunft auch der Landschaftserhaltungsverband k√∂nnen hier mit Beratung und F√∂rdermitteln Unterst√ľtzung leisten.

Erfreulicherweise zeigt auch die Pflege und Neuanlage mehrerer Kleingew√§sser bereits ihre Wirkung. So wurden dort bereits Bekassinen beobachtet, die wegen ihrer meckernden Laute bei Balzfl√ľgen auch Himmelsziegen genannt werden. Diese Schnepfenv√∂gel ben√∂tigen sumpfige Fl√§chen und Ufer zum Stochern nach Nahrung und sind aufgrund ihres starken Bestandsr√ľckgangs zum Vogel des Jahres 2013 gek√ľrt worden. Falls jemand also zuk√ľnftig bei Neuershausen Ziegen am Himmel meckern h√∂rt, darf er sich gl√ľcklich sch√§tzen, eine dieser seltenen V√∂gel beobachtet zu haben.
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Eintrag vom: 29.04.2013  




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