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Gewässerverunreinigung ist kein Kavaliersdelikt
Umweltschutzamt weist auf ordnungsgemäße Entsorgung
von Farbresten und Abwässern hin

Ein unerfreuliches Beispiel, das in immer wieder kehrenden
Abst√§nden auftaucht: Eine nicht definierbare farbige Fl√ľssigkeit
verunreinigt ein Gewässer in Freiburg. Das städtische
Umweltamt erhält eine so genannte Umweltmeldung mit Angaben
vom Eingang, dem Hinweisgeber und der
Schadensstelle und -zeit.

Die polizeilichen und fachkundigen Ermittlungen f√ľhren in
diesem Fall zu einem Malerfachbetrieb, der in einem Freiburger
Stadtteil eine Wohnung renovierte. Nach der Arbeit leiteten
die Maler die mit Farbe verunreinigten Abwässer in den
√∂ffentlichen Regenwasserkanal, der in das Gew√§sser m√ľndet.

Die sofort angeforderten Mitarbeiter von badenova entfernten
mit Hilfe eines Spezialfahrzeugs die gut sichtbaren Farbabwässer
aus dem Gewässer. Die Polizei Freiburg ermittelt wegen
einer vermeidbaren Gewässerverunreinigung, da die Einleitung
von Farb- oder Reinigungsabwässer in die Regenwasser-
Kanalisation wegen der Gefahr einer Gewässerverunreinigung
verboten ist und grundsätzlich strafrechtlich verfolgt
wird.

Das Umweltschutzamt weist deshalb darauf hin, dass die Malerfachbetriebe
anfallende Farb- und Reinigungsabwässer
von lösemittelfreien Farben, beispielsweise durch Pinselreinigung,
Farbrolle oder Eimer nur vorbehandelt in den Schmutz- und
Mischwasserkanal ableiten d√ľrfen. Der nach dieser Vorbehandlung
√ľbriggebliebene Schlamm oder Farbreststoff
muss als Abfall ordnungsgem√§√ü zur Schadstoffannahme f√ľr
Gewerbetreibende auf den Recyclinghof St. Gabriel.

Wenn lösemittelhaltige Farben und Reiniger verwendet werden,
m√ľssen die verbrauchten Reinigungsmittel und Farbreste
ebenfalls ordnungsgemäß entsorgt werden. Weitere Informationen
sind auch bei der Handwerkskammer oder Maler und
Lackierer-Innung Freiburg erhältlich.

Hinweise f√ľr private Haushalte:

Bei der Verwendung von lösemittelfreien Farben in privaten
Haushalten fallen √ľblicherweise Farb- und Reinigungsabwasser
in haushalts√ľblichen Mengen an. Hier gilt die Regelung,
dass die bei der Reinigung von Pinsel, Farbrolle und Eimer
anfallenden Farb- und Reinigungsabw√§sser √ľber die Toilette
im Haus entsorgt werden können, die an den Schmutz- oder
Mischwasserkanal angeschlossen ist. Die Entsorgung √ľber
Kanalgullys im Freien ist nicht gestattet, da diese in der Regel
alle Abwässer ? dazu gehört auch Niederschlag - in das
nächst angrenzende Gewässer leiten und dies wiederum zu
einer Gew√§sserverunreinigung f√ľhrt.

Jegliche verbleibende Farbreste nach Malerarbeiten stellen
schadstoffhaltige Abf√§lle dar und m√ľssen auch von Privathaushalten
ordnungsgem√§√ü entsorgt werden. Bei haushalts√ľblichen
Mengen können diese beim Schadstoffmobil und auf
den Recyclinghöfen kostenlos abgegeben werden.

Bei Verwendung von lösemittelhaltigen Farben und Reiniger
sind die verbrauchten Reinigungsmittel und Farbreste ebenso
√ľber das Schadstoffmobil oder die Recyclingh√∂fe zu entsorgen.
Die Farbbehälter sind entsprechend gekennzeichnet.

Zwei Entwässerungssysteme in Freiburg

In Freiburg gibt es zwei Entwässerungssysteme: das so genannte
Mischsystem, bei dem sämtliche Abwässer, also
Schmutz- und Regenwasser gemeinsam durch ein Rohr abgeleitet
werden und in die Kläranlage gelangen.

Die Regel ist aber das so genannte Trennsystem. Hier werden
Regen- und Schmutzwasser getrennt in zwei Rohren abgeleitet.
Das Regenwasser wird in einer separaten Leitung
auf k√ľrzestem Weg direkt in den Bach eingeleitet. Das
Schmutzwasser wird der zentralen Kläranlage bei Forchheim
zugeleitet.
 
Eintrag vom: 13.08.2007  




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