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Auf den Zahn gef√ľhlt
Neue Isotopen-Methode gibt Herkunft von illegal gehandeltem Elfenbein preis

Tausende von Elefanten werden derzeit j√§hrlich f√ľr ihr Elfenbein get√∂tet. Doch nicht alles Elfenbein, was sich im Umlauf befindet stammt aus illegalen Quellen. Es kann etwa aus historischen Best√§nden oder aus den sogenannten ‚ÄěEinmal-Verk√§ufen‚Äú nach China und Japan stammen. Bisher helfen Herkunftszertifikate, dessen Ursprung zu belegen. Doch diese Nachweise lassen sich f√§lschen. Zudem nutzen sie nichts, wenn Zollbeh√∂rden konfisziertes Material zuordnen m√ľssen. Zur eindeutigen Unterscheidung kann nun eine neue Isotopen Methode beitragen, die am Donnerstag vom WWF Deutschland und dem Bundesamt f√ľr Naturschutz auf der Artenschutzkonferenz CITES vorgestellt wurde.

Durch chemischen Nachweis bestimmter Elemente in den Sto√üz√§hnen lassen sich genaue R√ľckschl√ľsse √ľber ihre einstige Nahrung und deren genaue Zusammensetzung ziehen und damit auf ihre Herkunftsregion schlie√üen. ‚ÄěDie Ergebnisse dieser sehr valide arbeitenden Methode sollen helfen, den Ursprung von konfisziertem Elfenbein eindeutig zu bestimmen, Schmuggelrouten zu identifizieren und so den illegalen Elfenbeinhandel zu bek√§mpfen‚Äú, sagte Stefan Ziegler, Elefanten-Experte beim WWF.

Der WWF Deutschland und die Johannes Gutenberg-Universit√§t Mainz haben im Auftrag des Bundesamt f√ľr Naturschutz mit finanzieller Unterst√ľtzung des Bundesministeriums f√ľr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit seit Juli 2010 damit begonnen, √ľber 600 Elfenbeinproben aus 24 afrikanischen und 6 asiatischen Herkunftsl√§ndern zu untersuchen, die ihnen unter anderem von deutschen und chinesischen Zollbeh√∂rden, europ√§ischen Museen und Sammlern sowie Troph√§enj√§gern zur Verf√ľgung gestellt wurden. 30 mg Probenmaterial wurden auf die Elemente Strontium, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel untersucht, deren H√§ufigkeit R√ľckschl√ľsse auf die typische Pflanzenwelt, den Boden und das Klima zulassen, in der der Elefant sich zu Lebzeiten bewegt hat.

Die Ergebnisse der Analyse werden f√ľr den Aufbau einer Referenzdatenbank genutzt, mit deren Hilfe zuk√ľnftig Elfenbein unbekannter Herkunft einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region zugeordnet werden kann. Laufzeit des Projekts ist bis Ende 2014. Im Rahmen eines Schwesterprojekts wurde von der Universit√§t Regensburg zudem die Altersbestimmung von Elfenbein unbekannten Ursprungs erforscht. Beide Methoden k√∂nnen in Zukunft in der Strafverfolgung eingesetzt werden und so den Kampf gegen illegalen Elfenbeinhandel unterst√ľtzten.
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Eintrag vom: 12.03.2013  




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