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Sonntag, 25. Juli 2021
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Das Richtige auf dem weihnachtlichen Keksteller
Pl├Ątzchen und Kekse geh├Âren einfach zu Weihnachten. Doch Vorsicht: Manche enthalten das Krebsgift Acrylamid oder Fettschadstoffe. Das muss einem jetzt aber nicht den Appetit verderben. ├ľKO-TEST verr├Ąt, was man beachten sollte, damit man schadstofffreie Knabbereien auf dem Teller hat.

Manche Kekse sind f├╝r Kleinkinder nicht geeignet, weil sie zu viel Acrylamid oder Fettschadstoffe enthalten. Zu diesem Ergebnis kam ├ľKO-TEST in einer Untersuchung, die in der November-Ausgabe ver├Âffentlicht wurde. Entt├Ąuschend waren vor allem viele Bio-Kekse, in denen das Labor recht hohe Gehalte von Acrylamid gefunden hat. Doch auch in einigen konventionellen Produkten steckt dieser giftige Stoff. Er bildet sich, wenn der Keks bei hohen Temperaturen gebacken wird. Im Tierversuch hat Acrylamid Krebs ausgel├Âst und war fortpflanzungssch├Ądigend. ├ľKO-TEST r├Ąt, auf Produkte mit einem geringen Acrylamidgehalt zu achten, schon deshalb, weil sich der Schadstoff im K├Ârper schnell summieren kann. Denn auch Brot oder etwa Bratkartoffeln k├Ânnen belastet sein. Bei den Kinderkeksen empfiehlt das Verbrauchermagazin beispielsweise die ÔÇ×Sesamstra├če Ernie & Bert KekseÔÇť von Allos, die ÔÇ×Biscotto ButterkekseÔÇť von Aldi Nord oder die ÔÇ×Choco Bistro ButterkekseÔÇť von Aldi S├╝d. Wer selbst b├Ąckt, sollte den Ofen auf maximal 170 Grad einstellen ÔÇô das reduziert die Acrylamidbelastung.

Ein weiteres Problem der Kekse sind Fettschadstoffe aus der Gruppe der 3-MCPD-Ester und Glycidylester. Auch hier wurde das Labor f├╝ndig. Das liegt unter anderem daran, dass manche Kekse mit pflanzlichen Fetten, vor allem dem umstrittenen, aber sehr billigen Palmfett, gebacken wurden. In Butter stecken diese Fettschadstoffe nicht. Auch Sonnenblumen├Âl gilt als eher unproblematisch. 3-MCPD-Ester k├Ânnen vermutlich die Nieren sch├Ądigen und zur Bildung gutartiger Tumore f├╝hren.

├ľKO-TEST empfiehlt Eltern au├čerdem, stets einen Blick auf die N├Ąhrwertkennzeichnung zu werfen. Denn auf den Kinderkeksverpackungen stehen oft Angaben wie ÔÇ×mit der S├╝├če aus Trauben und ├äpfelnÔÇť oder ÔÇ×VollkornÔÇť. Das hei├čt aber nicht, dass diese zuckerfrei sind. Im Gegenteil: Eine Portion Kinderkekse enth├Ąlt circa 2,3 St├╝ck W├╝rfelzucker ÔÇô das gilt auch f├╝r Dinkel- und Vollkornprodukte.

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Kuck mal, sind die s├╝├č
Zuckergehalt entspricht ...
Kinderkekse (auch "Vollkorn-", "Bio"- und "Dinkel"-Produkte) (1 Portion, 30 g): ca. 2,3 St├╝ck W├╝rfelzucker

zum Vergleich:
Butterkekse (1 Portion, 30 g): ca. 2,3 St├╝ck W├╝rfelzucker
Doppelkeks (1 St├╝ck, 25 g): ca. 2,9 St├╝ck W├╝rfelzucker
Gummib├Ąrchen (eine Handvoll, 25 g): ca. 3,8 St├╝ck W├╝rfelzucker
Vollmilchschokolade (1 Riegel, 17 g): ca. 3,3 St├╝ck W├╝rfelzucker
Schoko-Haselnuss-Waffel (1 St├╝ck, 22 g): ca. 3,2 St├╝ck W├╝rfelzucker
Lolli (1 St├╝ck, 12 g): ca. 3,3 St├╝ck W├╝rfelzucker
Brausest├Ąbchen (1 St├╝ck, 4,5 g): ca. 1,1 St├╝ck W├╝rfelzucker
Kn├Ąckebrot (1 Scheibe, 10 g): ca. 0,1 St├╝ck W├╝rfelzucker
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├ärgerlich ist auch, dass manche Hersteller mit Aromen tricksen. W├╝rde es sich hier um Aroma handeln, das wirklich aus Fr├╝chten oder anderen Lebensmitteln stammt, w├Ąre es kein Problem. Doch manche verwenden, wie die Verpackung zeigt, nur ÔÇ×AromaÔÇť, das aus allen m├Âglichen Ausgangsstoffen gewonnen sein kann. Selbst bei "nat├╝rlichem Aroma" kann man davon ausgehen, dass es sich nicht um Zimt- oder Vanilleextrakte handelt, sondern viel mehr um Aromen, die aus "nat├╝rlichen" Stoffen wie Pilz- oder Bakterienkulturen gewonnen wurden. L├Âblich ist dagegen, wenn Hersteller mit echter Vanille ihre Kekse aromatisieren, wie das Rossmann, Alnatura und die Bohlsener M├╝hle bei den Bio-Produkten machen ÔÇô dies steht dann auch so in der Zutatenliste.
 
Eintrag vom: 19.12.2012  




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