oekoplus - Freiburg
Sonntag, 25. Juli 2021
  --- Besuchen Sie unser neues Informationsportal wodsch.de
Uhr


 
Europas brennende Probleme
WWF: Brandbekämpfung ist mehr als das Löschen von Feuer

Berlin - Der S√ľden Europas wird auch in diesem Sommer von heftigen Feuersbr√ľnsten heimgesucht. Von Portugal bis Griechenland: √ľberall lodern tausende Wald- und Buschbr√§nde. ‚ÄěDas Inferno ist meist durch Fahrl√§ssigkeit und Brandstiftung in Kombination mit lang anhaltender Trockenheit ausgel√∂st worden‚Äú, betont Aurel Heidelberg, Waldreferent beim WWF Deutschland. Der WWF f√ľhrt 80 bis 90 Prozent der Br√§nde auf menschliche Ursachen zur√ľck. Feuerteufel, weggeworfene Zigarettenkippen und au√üer Kontrolle geratene Lagerfeuer richten jedes Jahr Milliardensch√§den an.

Allein in den Mittelmeerl√§ndern lodern im Schnitt jedes Jahr rund 50.000 Feuer, denen Jahr f√ľr Jahr etwa 800.000 Hektar Wald- und Buschland zum Opfer fallen. Das entspricht etwa der Fl√§che Korsikas. Statistiken belegen, dass die Intensit√§t der Waldbr√§nde in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist. ‚ÄěDie W√§lder in S√ľdeuropa brennen wie Zunder‚Äú, erl√§utert Aurel Heidelberg und f√ľhrt dies auf die zus√§tzlichen Stressfaktoren zur√ľck, denen die W√§lder ausgesetzt sind. Dazu z√§hlen im Mittelmeerraum vor allem Wetterextreme, wie lang anhaltende Trockenperioden mit hohen Temperaturen und starken Winden, die in Folge des Klimawandels vermehrt auftreten.

Als Nebeneffekt der Finanzkrise klagen griechische Feuerwehren √ľber mangelhafte Ausr√ľstung. F√ľr den WWF ist das aber nur ein Nebeneffekt. ‚ÄěNat√ľrlich kann man die Brandbek√§mpfung verbessern, indem man die Feuerwehren besser ausr√ľstet. Dabei darf es aber nicht bleiben, sonst werden die Menschen nur in einer tr√ľgerischen Sicherheit gewiegt‚Äú, mahnt WWF-Waldexperte Aurel Heidelberg. ‚ÄěWer die Br√§nde bek√§mpfen will, muss gegen kriminelle Energien und fahrl√§ssige Arroganz vorgehen. Brandbek√§mpfung beginnt in den K√∂pfen.‚Äú Angesichts der Kosten der Brandbek√§mpfung und der Behebung der immensen Sch√§den solcher Feuerkatastrophen fordert der WWF, dass die zust√§ndigen Beh√∂rden verst√§rkt in umfassende Aufkl√§rungs- und Pr√§ventionsma√ünahmen investieren.

Auch eine klare Umsetzung der bestehenden Gesetze sei dringend notwendig. In Griechenland bestehe z. B. die Pflicht zur Wiederaufforstung - allerdings nur auf dem Papier. Seit den 70er Jahren brannten fast eine Million Hektar Wald ab. Wiederaufgeforstet habe man hingegen nur einen Bruchteil dieser Fl√§che. Entscheidend sei zudem, dass die Verursacher der Br√§nde zur Verantwortung gezogen werden. Insbesondere Bodenspekulanten w√ľrden fast √ľberall im Mittelmeerraum viel zu selten vor Gericht gestellt.

Wichtig sei auch eine vern√ľnftige, naturnahe Waldbewirtschaftung. Heimische Baumarten z.B. Korkeichen im Mittelmeerraum sind den klimatischen Bedingungen gut angepasst und k√∂nnen einem Brand viel besser widerstehen als z.B. eingef√ľhrte Eukalyptusarten. Aus √∂kologischer Sicht ist au√üerdem zu beklagen, dass derzeit zum Beispiel auf Madeira selten gewordene Lorbeerw√§lder in Flammen stehen.
 
Eintrag vom: 21.07.2012  




zurück
Oekostation_Haus_3026_2a.JPG

Copyright 2010 - 2021 Benjamin Jäger