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Grundschleppnetze bald verboten?
WWF begr√ľ√üt neuen Vorschlag der EU-Kommission zur Regelung der Tiefseefischerei

Hamburg - Jahrhundertealte Korallenriffe werden in wenigen Minuten zerschlagen und abrasiert, wenn auf der Jagd nach Rot- und Granatbarsch riesige Grundschleppnetze √ľber einen Seeberg der Tiefsee gezogen wird. Damit wird auch der Lebensraum f√ľr bedrohte Tiefseehaie und hunderte wirbelloser Tierarten regelrecht planiert. Die Zerst√∂rung der Meeresumwelt durch umweltsch√§dliche Fischereimethoden wie Grundschleppnetze und Stellnetze k√∂nnte im Nordostatlantik bald per Gesetz beendet werden. Die EU Kommission hat gestern einen Vorschlag zur Neuregelung der Tiefseefischerei vorgelegt. Danach soll der Einsatz von Grundschleppnetzen und Stellnetzen ab 1000 Meter Wassertiefe in s√§mtlichen EU-Gew√§ssern und der Hohen See des Nordost-Atlantik untersagt werden. F√ľr bestimmte Fischereien soll das Verbot bereits ab 500 Meter Tiefe gelten. Der Kommissionsvorschlag bezieht sich auf 50 kommerziell genutzte Fischarten und sieht eine √úbergangsfrist von zwei Jahren vor.

‚ÄěDer Kommissionsvorschlag kann die Fischerei revolutionieren, indem er die destruktivste aller Fischereimethoden in der sensiblen Tiefsee abschafft. Das w√§re ein echter Durchbruch f√ľr den Schutz der Meeresumwelt und ein Vorbild f√ľr die weltweite Fischerei‚Äú, freut sich Stephan Lutter Meeresschutzexperte des WWF. Die Umweltsch√ľtzer fordern von EU Parlament und Ministerrat den mutigen Vorsto√ü voll zu unterst√ľtzen und damit endlich entsprechende Resolutionen der Vollversammlung der Vereinten Nationen umzusetzen.

Viele Tiefseefische sind besonders anf√§llig f√ľr √úberfischung, da sie langsam wachsen und sich erst im hohen Alter fortpflanzen. Unter den bisherigen EU- Regeln f√ľr Tiefseefischerei konnten sich die Best√§nde nicht vom stetigen Fischereidruck erholen. Nur in m√ľhsamer Kleinarbeit wurden bestimmte Fl√§chen per Verordnung f√ľr die Flotten der gro√üen Bodentrawler gesperrt. Ein Gro√üteil der umweltsch√§digenden Fischereien wird auf den Kontinentalsockeln der EU-Mitgliedsl√§nder in Tiefen zwischen 200 und 1000 Metern betrieben. Gerade hier finden sich √∂kologisch wertvolle Kaltwasserkorallenriffe und -g√§rten und andere empfindliche Lebensr√§ume wie Formationen von Tiefseeschw√§mmen. ‚ÄěDiese Zone muss ebenfalls vor Grundschleppnetzen gesch√ľtzt und der Entwurf entsprechend nachgebessert werden‚Äú, fordert Meeresschutzexperte Lutter.
 
Eintrag vom: 21.07.2012  




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